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London (Großbritannien) – Man muss kein Superdetektiv sein, um zu erkennen, dass hier eine neue Generation aus Hollywood erfolgreich übernimmt. Die neue Amazon-Prime-Serie „Young Sherlock“ schießt direkt auf Platz eins der Streaming-Charts. Regie-Riese Guy Ritchie (57) zündet das nächste Kapitel im Holmes-Universum – jünger, wilder, britischer! Und das mit großen Schauspielernamen, aber neuen Gesichtern.

Top-Besetzung für die neue Krimi- und Mystery-Serie (v.l.): Joseph Fiennes (55), Zine Tseng (32), Dónal Finn (30), Hero Fiennes Tiffin (28), Natascha McElhone (54) und Max Irons (40) im England der 1870er Jahre
Foto: Daniel Smith/Prime
Sherlock Holmes: Sie spielen groß auf
Hero Fiennes Tiffin (28), Spross der berühmten Fiennes-Dynastie (Mama Martha, 62, ist Regisseurin, seine Onkel Ralph, 63, und Joseph Fiennes, 55, gehören zur Hollywood-A-Liga), spielt Sherlock als 19-jährigen Studenten – genial, getrieben, verletzlich. Onkel Joseph spielt den Holmes-Vater. Ein Generationenübergang.

Der junge Sherlock: Hero Fiennes Tiffin mit seinem Onkel Joseph Fiennes
Foto: picture alliance/Sipa USA
An seiner Seite: Max Irons (40), Sohn der Kino-Legende Jeremy Irons (77, „Der Mann mit der eisernen Maske“), als großer Bruder Mycroft. Im BILD-Gespräch spricht Max über Druck, Dynastien – und typisch britische Coolness.
Druck verspürt er allerdings nicht von zu Hause. Den gibt es eher, weil der Einstieg in die Welt von „Holmes“ und Co. ein großes Filmerbe ist, in das das frühere Burberry-Model eintritt. „Es wäre töricht, sich zu sehr um das Vermächtnis zu sorgen. Man kann nicht kontrollieren, was andere denken. Die Herangehensweise? Präsent sein und Spaß haben.“

Sorgt für Action in der Serie: Tsine Zeng als chinesische Prinzessin im viktorianischen England. Sie lobt Macher Guy Ritchie: „Wie er Dialoge tanzen lässt, wie er Rhythmus und Tempo bestimmt: Jede Action hat einen Zweck.“
Foto: Daniel Smith/Amazon Prime
Seine Serienpartnerin Tsine Zeng (32) bringt es auf den Punkt: „Guy Ritchie und Sherlock Holmes – das passt zu 100 Prozent. Wie er Dialoge tanzen lässt, wie er Rhythmus und Tempo bestimmt. Und: Jede Action hat einen Zweck.“
Hier ist Max Irons altmodisch
Und wie britisch ist das alles? Mycroft Holmes gilt eher als nüchterne Figur in den Erzählungen von Autor Arthur Conan Doyle (†71). Hätte die Figur damals Instagram genutzt? Irons lacht. Er nutzt die Social-Media-Plattform privat nämlich auch nicht aktiv: „Bist Du verrückt? Mycroft hätte kein Social Media.“

Wurde mit Anfang 20 als Model entdeckt und arbeitete u.a. für das britische Luxuslabel Burberry: Max Irons
Foto: Getty Images
Wie schaut Jeremy Irons auf die Arbeit des Sohnes?
Arthur Conan Doyle beschrieb ihn als jemanden, der Stress meidet. „Er würde all den Social-Media-Stress elegant umgehen.“ Vielleicht wäre er der Facebook-Typ. Sein Passwort? „Es wäre lang. Mit Symbolen, Groß- und Kleinbuchstaben. Und natürlich mit Passwort-Manager.“ Very British! Zwischen Sherlock und Mycroft knistert es. Rivalität? „Eher Liebe und Angst“, sagt Max Irons. Er hat selbst zwei ältere Brüder. Mycroft fürchtet, seinen hochbegabten, aber verletzlichen Bruder zu verlieren. „Diese Angst unter englischer Reserviertheit zu verstecken, ist die spannende Aufgabe.“

Max (damals 20) und sein Vater, Oscar-Preisträger Jeremy Irons (damals 57), schauen selten zusammen eigene Filme
Foto: Alan Davidson/Shutterstock
Und wie geht man mit all den Sherlock-Vorbildern um? Cumberbatch (49), Downey Jr. (60)? „Beobachten, ehren, vielleicht eine Idee klauen – aber dann bewusst loslassen“, so Irons. „Guy baut ein völlig neues Universum. Alles ist frisch.“ Ob Papa Jeremy (Oscar für „Die Affäre der Sunny von B.“) Tipps gibt? Irons winkt ab: „Mit den Eltern die eigenen Szenen schauen? Das ist psychologische Folter!“