In fünf Tagen

Pentagon gibt ein Vermögen für Luxusprodukte aus

Aktualisiert am 11.03.2026 – 09:06 UhrLesedauer: 4 Min.

Pete Hegseth: Der Verteidigungsminister hatte noch erklärt, Regimewechsel sei kein Ziel des Krieges.Vergrößern des Bildes

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth: In seinem Ministerium wurde zum Ende des vergangenen Haushaltsjahrs viel Geld ausgegeben. (Quelle: Mark Schiefelbein)

Eine neue Analyse wirft dem US-Verteidigungsministerium massive Ausgaben kurz vor Ende des Haushaltsjahres vor – offenbar das Ergebnis einer umstrittenen Regel.

Das US-Verteidigungsministerium unter Minister Pete Hegseth hat einer Recherche zufolge im September 2025 rund 93,4 Milliarden US-Dollar für Zuschüsse und Verträge ausgegeben – umgerechnet rund 86 Milliarden Euro. Die Ausgaben beinhalten demnach nur Gelder, die an Stellen außerhalb der Regierung überwiesen werden, nicht aber Gehälter für Angehörige der Streitkräfte und zahlreiche andere Ausgaben.

Laut der neu veröffentlichten Analyse der Transparenzorganisation «Open the Books» floss ein Teil des Geldes in ungewöhnliche Anschaffungen: Millionen Dollar wurden demnach für Hummer und Königskrabben, teure Büromöbel, Hunderte Tablets und sogar einen fast 100.000 Dollar teuren Steinway-Klavierflügel für das Haus des Stabschefs der US-Luftwaffe ausgegeben.

Die Ausgaben selbst liegen bereits mehrere Monate zurück. In die Schlagzeilen gerät der Fall erst jetzt, weil «Open the Books» die staatlichen Finanzdaten nachträglich ausgewertet und ihre Analyse nun veröffentlicht hat.

Besonders auffällig sei laut den Autoren der Zeitpunkt der Zahlungen: Allein in den letzten fünf Arbeitstagen des Septembers habe das Pentagon rund 50,1 Milliarden US-Dollar ausgegeben – etwa 46 Milliarden Euro. Das entspricht mehr als dem gesamten jährlichen Verteidigungshaushalt von Ländern wie Israel oder Italien.

Hinter dem Ausgabenschub steht laut der Analyse womöglich eine Regel des US-Haushaltsrechts: das «Use-it-or-lose-it»-Prinzip («Nutze es oder verliere es»). Die Behörden müssen ihre zugewiesenen Mittel bis zum Ende des Fiskaljahres ausgeben, das in den USA am 30. September endet. Nicht verwendete Gelder verfallen – und können sich negativ auf zukünftige Budgets der Ministerien auswirken.

Deshalb steigen staatliche Beschaffungen traditionell in den letzten Wochen des Haushaltsjahres stark an. Das betrifft laut den Recherchen nicht nur das aktuelle Verteidigungsministerium oder andere Behörden der Trump-Regierung. Ein Unternehmensberater vergleicht den letzten Tag des Fiskaljahres in dem Bericht sogar mit einem «Amazon Prime Day» – also einem großen Shopping-Event – für Regierungsaufträge.

Einige der Ausgaben des Verteidigungsministeriums lassen jedoch besonders aufhorchen: So entfiel ein Teil auf Lebensmittel für militärische Einrichtungen, darunter offenbar auch Luxusprodukte: Dem Bericht zufolge bestellte das Pentagon im September Hummerschwänze für 6,9 Millionen Dollar, Königskrabben aus Alaska für zwei Millionen Dollar, Rib-Eye-Steaks im Wert von 15,1 Millionen Dollar sowie Lachs für rund eine Million Dollar. Hinzu kamen 139.224 Dollar für Donuts, etwa 124.000 Dollar für Eismaschinen und 26.000 Dollar für Sushi-Zubereitungstische.

Auch Büroausstattung schlug zu Buche. Für Möbel habe das Verteidigungsministerium im September 225,6 Millionen Dollar ausgegeben, umgerechnet gut 200 Millionen Euro. Darunter waren laut Analyse unter anderem hochpreisige Bürostühle sowie dreistöckige Obstkorbständer für rund 12.540 Dollar.

Immerhin: Die Ausgaben des Pentagon für Möbel waren dem Bericht zufolge im vergangenen Haushaltsjahr deutlich niedriger als etwa unter Präsident Barack Obama. Da habe das Militär im September regelmäßig 300 bis 400 Millionen US-Dollar für diese Kategorie ausgegeben. Im Vergleich zur Regierung von Joe Biden sollen die aktuellen Ausgaben jedoch deutlich gestiegen sein. Seit 2008 gab es demnach nur vier Septembermonate, in denen das Verteidigungsministerium weniger als 178 Millionen Dollar für Möbel ausgab: die vier, in denen Biden noch Präsident war.