Auch bei einer Neutralisierung vor Ort gebe es noch offene Fragen. Laut «The War Zone» bedarf es sehr viel Zeit und Ressourcen, um das nukleare Material beispielsweise zu verdünnen. Um es für Waffen unbrauchbar zu machen, kann spaltbares Material nicht einfach gesprengt werden, um es zu zerstören. Stattdessen kann hochangereichertes Uran mit weniger angereichertem Uran vermischt werden. Und je länger die Einheiten brauchen, umso mehr Zeit hat das iranische Regime für eine militärische Reaktion. Immerhin hat der Schutz der Atomanlagen für das Regime höchste Priorität.
Wie Axios berichtet, würde es wahrscheinlich erst zu einem Einsatz von Bodentruppen in Irans Urananreicherungslagern kommen, wenn Teherans Militär keine ernsthafte Bedrohung mehr für die US-israelischen Streitkräfte darstellt. Andererseits bedürfte es laut «The War Zone» auch Bodentruppen, um iranische Gruppen abzufangen, sobald diese versuchen, das angereicherte Uran zu verlegen oder zu entwenden. Immerhin birgt ein Angriff aus der Luft auf Fahrzeuge mit Uran das Risiko, dass sich das Nuklearmaterial unkontrolliert verteilt. Am Ende könnte die Abwägung über eine mögliche Entsendung von Bodentruppen darüber entscheiden, wessen Sicherheit den USA wichtiger ist: die seiner Soldaten oder die der Bevölkerung.