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München – Er gehört zu den großen deutschen TV-Stars, eroberte als Arzt, Brauereierbe und Frauenschwarm über Jahrzehnte die Herzen der Zuschauer. Auf Society-Events sucht man den Schauspieler vergeblich. „Rote Teppiche sind nicht meine Welt. Da habe ich eine Phobie entwickelt. Diese Selbstdarstellung bereitet mir körperliche Schmerzen“, sagt Solbach zu BILD. Er zieht sich lieber auf sein Segelboot zurück, wo er Mensch sein und abschalten kann. Radelt durch München, seine Wahlheimat seit 1972. Oder trifft sich mit Freunden, für die er einfach der Sigmar ist.

Frauenschwarm mit Tiefgang: Sigmar Solbach beim Interview im Hotel Bayerischer Hof. Er bestellt Pfefferminztee. „Alkohol trinke ich so gut wie gar nicht. Und wenn, dann mal ein Bier oder ein Glas Wein“
Foto: Robert Gongoll
Solbach: „Auf Filmbällen bekomme ich Atemnot“
„Ich trage meine Erfolge nicht vor mir her. Ich bekomme Atemnot, wenn ich mich in Räumen befinde, die mit Egos angefüllt sind. Wie bei Filmbällen. Diese Schwingungen von Menschen, die nach Aufmerksamkeit buhlen, die wichtig sein und gesehen werden wollen, tun mir seelisch weh“, sagt Sigmar Solbach beim Interview mit BILD im Hotel Bayerischer Hof in München. Wie wohltuend uneitel er geblieben ist, der einstige Star aus den TV-Serien „Schwarzwaldklinik“, „Das Erbe der Guldenburgs“, „Traumschiff“, „Dr. Stefan Frank“ oder „Diese Drombuschs“.

Szene aus der ZDF-Kultserie „Das Erbe der Guldenburgs“ Ende der 80er: Sigmar Solbach (als Bierbrauersohn Jan Balbeck) mit seiner Filmmutter Ruth Maria Kubitschek (als Margot Balbeck) und Filmschwester Susanne Uhlen (als Kitty Balbeck)
Foto: Peter Bischoff/Getty Images
„Eine Rolle muss mich berühren, mir die Haare aufstellen. Sonst mache ich es nicht“, sagt Solbach. „Gedreht habe ich schon lange nicht mehr, obwohl ich das körperlich locker schaffen würde. Ich habe dreimal mit dem Segelschiff den Atlantik überquert“, sagt Solbach und lacht. „Aber mir haben die Bücher nicht gefallen. Und Regisseure und Schauspieler haben bei TV-Filmen kaum noch Mitspracherechte. Ich spiele lieber Theater. Zu spüren, wie die Menschen dir zuhören, wie du ihnen direkt etwas vermitteln kannst, ist das schönste Geschenk.“

Sigmar Solbach (damals 48) 1994 am Set der RTL-Arztserie „Dr. Stefan Frank“ in Dachau. Seine Rolle als Arzt, dem die Frauen vertrauen, verschaffte ihm den großen Durchbruch
Foto: picture-alliance/dpa
Solbach über sein Ehe-Geheimnis
Bis 19. April spielt Solbach in der Komödie im Bayerischen Hof in dem tiefgründigen Stück „Der Abschiedsbrief“ den Ehemann von Michaela May. Der Suizid begehen will, aber von ihr daran gehindert wird. „Diese Geschichte zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, nicht wortlos nebeneinanderherzuleben. Meine Frau Claudia und ich sind seit 24 Jahren verheiratet. Wir reden viel und finden immer eine Lösung, wenn es Differenzen gibt. Man muss gelassen bleiben, dem anderen Freiräume geben und ihn nicht nach seinem Gusto formen. Das hält Liebe jung.“

Sigmar Solbach mit seiner zweiten Frau Claudia. Die Malerin lernte den Schauspieler in ihrer früheren Tätigkeit als Maskenbildnerin kennen. Seit 2002 sind die beiden glücklich verheiratet
Foto: action press