Moderne E-Bikes sind längst mehr als Motor und Akku. Mit dem smarten System von Bosch wächst das Fahrrad zu einem vernetzten Begleiter, der Navigation, Sicherheit, Training und Komfort intelligent miteinander verbindet. Herzstück ist die eBike-Flow-App, über die sich Funktionen per Update kontinuierlich erweitern lassen. Von KI-gestützter Reichweitenplanung über individualisierbare Motorleistung bis zu digitalem Diebstahlschutz zeigt Bosch, wie viel Technologie heute im E-Bike steckt. IMTEST gibt einen Überblick über die wichtigsten smarten Features und ihren praktischen Nutzen im Alltag und auf Tour.
Navigation
Die eBike Flow App bietet eine umfassend verbesserte Navigation mit flexibler Routenanpassung, Zwischenzielen, spezialisierten Profilen, Sprachhinweisen und Dark-Mode-Funktionen, die sowohl im Alltag als auch auf anspruchsvollen Touren für mehr Komfort, Orientierung und Sicherheit sorgen.
Zielwechsel mit der eBike Flow App
Möchte der E-Bike-Fahrer das Ziel spontan ändern, soll er dies schnell und einfach während der Fahrt ohne anzuhalten über das Schnellmenü im Ride-Screen einstellen können. Dafür muss er laut Bosch die Auswahltaste der LED-Remote, des Mini Remote oder des Purion 200 länger als eine Sekunde drücken. Nun kann man seine Route anpassen, indem man eines der letzten Ziele wählt. Über diesen Weg lässt sich auch die Navigation stoppen.
© Bosch eBike Systems
© Bosch eBike Systems / Maps / Mapbox / OpenStreetMapDas Einfügen von Zwischenzielen ist mit dem Update 1.16 der eBike-Flow-App möglich.
Auch das Hinzufügen von Zwischenzielen ist problemlos möglich. Dabei hat der Fahrer entweder die Wahl, einen Punkt auf der Karte durch längeres Drücken als Ziel festzulegen, oder die Option „Ziel hinzufügen“ zu nutzen.
Navigation: Individuelle und präzise Planung von Routen nach Vorlieben
Laut Bosch soll eine noch individuellere und präzisere Planung von Routen möglich sein. Neben den bereits vorhandenen Profilen für tägliche Fahrten (Daily), Freizeittouren (Leisure) und Mountainbike-Trails (eMTB) gibt es mit dem Profil „Speed“ eine spezielle Tourenplanung für Speed-Pedelecs. Fortan lässt sich über die Kartendetailvariante „eBike Heatmap“ anzeigen, welche Routen der Radfahrer besonders oft nutzt.
Über „MTB-Trails“ kann sich der E-Biker praktischerweise Touren in seiner Nähe anzeigen lassen, die je nach Schwierigkeitsgrad farblich codiert sind. Für eine präzise Umgebungsinformation können die Fahrenden zudem auch das Kartendetail „Satellit“ wählen.
Park-Funktion: Das E-Bike schnell wiederfinden
Mithilfe der Parking-Funktion kann sich der Fahrradfahrer direkt auf dem Homescreen der eBike-Flow-App den Straßennamen anzeigen lassen, wo er gerade sein Rad parkt. Nach einer Pause oder Shoppingtour kann er es so schnell und einfach wiederfinden. Allerdings muss für diese Funktion das ConnectModule im E-Bike verbaut sein.
Verbesserte Navigation dank Sprachsteuerung
Wer ein E-Bike mit Bosch-Komponenten fährt, wird die vielen Funktionen, wie etwa die Navigation, der eBike-Flow-App zu schätzen wissen. Denn die praktischen Abbiegehinweise lassen sich via Sprachsteuerung ausspielen oder über einen kurzen Ton auf sich aufmerksam machen. So wird den Fahrenden ermöglicht, den Blick stets nach vorn gerichtet zu lassen. Das Smartphone dient dabei als Lautsprecher.
Abbiegehinweise können ab jetzt auch per Sprachanweisung ausgespielt werden. Im Dunkeln lässt sich das Display zudem in den Dark Mode umschalten. © Bosch eBike Systems
Auch lässt sich die Navigation in der „Dark Map“ darstellen. So kann das Display gerade im Dunkeln besser abgelesen werden. Die oder der Fahrende wird dann beispielsweise nicht mehr geblendet. Auch der Stromverbrauch des Smartphones lässt sich auf diese Weise reduzieren.
Speziell das Bosch-Kiox-300-Display zeigt zusätzlich Abzweigungen und Abfahren an. Diese Funktion richtet sich an E-Mountainbiker, die im Gelände unterwegs sind. Dort ist bekanntlich die Wegführung mitunter nicht so eindeutig wie in der Stadt. Verfährt man sich doch mal, soll in Sekundenschnelle eine Alternative errechnet werden.
Um auf unwegsamen Routen immer die richtige Strecke zu finden, werden nach dem Update nun Abzweigungen und Abfahren verbessert angezeigt. © Bosch eBike SystemsSicherheit
Bosch bietet Diebstahlschutz für E-Bikes mit digitalen Funktionen wie Battery Lock, dem eBike-Pass und einem integrierten Diebstahlbericht, die gestohlene Akkus unbrauchbar machen, relevante Fahrzeugdaten bündeln und im Ernstfall eine schnelle Meldung sowie Ortung ermöglichen.
“Gestohlen“-Markierung
Ab Ende Januar können Nutzer gestohlene E-Bikes und sogar Akkus in der eBike Flow App als „gestohlen“ markieren. Diese Information wird zentral im Bosch-Ökosystem gespeichert und ist systemweit abrufbar. Beim Verbindungsversuch erhalten Gebrauchtkäufer, Fachhändler und Behörden einen Warnhinweis inklusive Seriennummer – zugleich blockiert Bosch die App-Verbindung dauerhaft, sodass Updates und individuelle Einstellungen nicht mehr möglich sind. Entfernen lässt sich die Markierung nur über das registrierte Nutzerprofil.
Registriert der Nutzer den Akku als gestohlen, ist diese Info im Bosch-ökosystem gespeichert, Weiterverkäufe sind sozusagen unmöglich. © Bosch eBikeDiebstahlschutz dank Batterie Lock
Seit dem Sommer 2025 ist mit „Battery Lock“ ein digitaler Diebstahlschutz für E-Bike-Akkus verfügbar. Die Funktion macht gestohlene Akkus unbrauchbar, indem sie die Nutzung blockiert. Ist das Feature aktiviert, sperrt sich der Akku automatisch, sobald das E-Bike ausgeschaltet wird. Wird der gesperrte Akku in ein anderes E-Bike mit smartem System eingesetzt, unterbindet er dort die Motorunterstützung. Dadurch soll nicht nur der Anreiz für Diebe gesenkt werden, sondern auch der Wiederverkaufswert des Akkus.
Bosch eBike-Pass: Der Ausweis für das Fahrrad
Im eBike-Pass kann der Radfahrer alle Informationen über sein E-Bike hinterlegen: Modell, verbaute Komponenten, Rahmennummer, spezielle Merkmale und auch ein Foto. Dieses digitale Dokument kann gleich in mehreren Fällen gute Dienste erweisen. Es erleichtert Fachhändlern Reparaturen rund um das E-Bike, zeigt die Keyfacts auf einen Blick, wenn man das Rad verkaufen möchte, und hilft, wenn das Rad gestohlen wird. Der Nutzer findet das Feature unter „Einstellungen“, „Mein eBike“.
Schnelle Hilfe mit der Funktion Diebstahlbericht
Selbst gut gesicherte E-Bikes sind nicht vor Diebstahl geschützt. Im Ernstfall ist schnelles Handeln entscheidend. Über die Funktion „Diebstahlbericht“ in der Bosch-App lassen sich alle wichtigen Daten aus dem eBike-Pass sofort an die Polizei übermitteln. In Kombination mit dem „eBike Alarm“ kann der letzte Standort oder ein Live-Tracking-Link direkt hinterlegt werden – für eine möglichst schnelle Wiederbeschaffung.
Mit dem Update 1.17 der Bosch eBike Flow App können Radfahrer direkt über das Smartphone einen Diebstahlbericht erstellen lassen und das Rad als gestohlen melden. © Bosch eBike
Ebenso praktisch ist die Möglichkeit, dass man unter der Einstellung „Mein eBike“ sein Rad direkt als gestohlen melden kann. Hier kann der Radfahrer zudem noch Uhrzeit und Ort sowie seinen Namen und seine Telefonnummer hinterlegen. Weitere Informationen soll der Diebstahlbericht automatisch aus dem Pass übernehmen.
Bosch empfiehlt den E-Bike-Fahrern zusätzlich eine Fahrradversicherung. Eine Buchung ist über „Mein eBike“ und „Vernetzte Services“ möglich.
Leistung
Mit der eBike Flow App lassen sich Motorkraft und Unterstützungsmodi individuell anpassen, wobei mehr Leistung zwar höheren Fahrkomfort bietet, aber auch Verschleiß und Reichweite beeinflusst.
Motorkraft per App selbst bestimmen
Wer ein E-Bike mit neuerem Bosch-Motor besitzt (etwa Performance Line CX 5. Gen oder Performance Line SX) kann die Motorkraft selbst regulieren. In der App steht dafür ein Schieberegler bereit, mit dem der Fahrer beispielsweise beim Performance Line CX 5 Motor zwischen 85 und 100 Newtonmetern wählen kann, bei der Performance Line SX zwischen 55 und 60 Nm.
Praktisch: In der App lässt sich das maximale Drehmoment individuell anpassen. © Bosch eBike
Wichtig zu wissen: Ein höheres maximales Drehmoment bedeutet gleichzeitig einen höheren Verschleiß und geringere Reichweite. Hier muss der Fahrer für sich entscheiden, was ihm wichtig ist.
Bevorzugte Fahrmodi selbst wählen
Dank der eBike-Flow-App gibt es die Möglichkeit, die vier bevorzugten Unterstützungsmodi selbst auszuwählen, die für das jeweilige E-Bike vorgegeben sind. In der App findet der Nutzer dafür den Unterpunkt „Individuelle Fahrmodi“.
Mit dem Update können Nutzer ihre Fahrmodi selbst wählen und individuell zusammenstellen. © Bosch eBikeBoschs Unterstützungsstufe „Auto“
Der Unterstützungsmodus „Auto“ beim smarten System von Bosch verspricht bei allen Gegebenheiten gleichmäßige Unterstützung zu bieten. Ist dieser Modus eingeschaltet, soll der Fahrer nicht mehr manuell umschalten müssen, wenn er Gegenwind hat oder eine Steigung hochfährt. Über die eBike-Flow-App hat er zudem die Möglichkeit, die Einstellungen per Schieberegler für diesen Modus zu individualisieren.
Im Modus „Auto“ wird die Unterstützung den Gegebenheiten automatisch angepasst. © BoschDas smarte System als Trainingspartner
Die App ermöglicht das Anzeigen und Auswerten von Herzfrequenz, Höhenprofil und Leistungsdaten direkt auf Display oder Smartphone sowie die Vernetzung mit Fitness- und Tracking-Apps für eine umfassende Analyse von Fahrten und Training.
Anzeige von Herzfrequenz und Höhenprofil
Nicht nur sportlich ambitionierte Fahrer verfolgen bei Aktivitäten regelmäßig ihre Herzfrequenz. Auch gesundheitsbewusste Menschen schwören auf Fitness-Tracker, smarte Ringe und Smartwatches. Bosch-E-Bike-Fahrer können kompatible Herzfrequenzmesser, also auch Brustgurte oder eine Smartwatch, per Bluetooth mit der eBike-Flow-App koppeln. Die entsprechenden Daten können während der Fahrt auf dem Kiox 300- und Kiox-500-Displays sowie dem Ride-Screen am Smartphone angezeigt werden.
Mit dem Update gibt es die Möglichkeit, kompatible Herzfrequenzmesser zu koppeln und die Daten über das Display zu verfolgen. © Bosch eBike
Zusätzlich können Radfahrer mit dem neuen Feature „Höhenprofil“ übersichtlich verfolgen, ob der größte Teil des Anstiegs schon hinter ihnen liegt oder ob sie erneut richtig ihre Kräfte sammeln müssen.
Analyse der Leistungsdaten
Der Fahrer kann Informationen zu den eigenen Leistungswerten und Unterstützungsstufen sammeln. Anhand eines kreisrunden Diagramms auf dem Kiox-300- und Kiox-500-Display lässt sich anschaulich nachvollziehen, zu welchen Anteilen der Fahrer in welchem Fahrmodus unterwegs war.
Bei der Analyse der Leistungsdaten kann der Fahrer sehen, zu welchen Anteilen er in welcher Unterstützungsstufe gefahren ist. © Bosch eBike
Der Screen „Leistungsaufteilung“ soll Einblicke in die durchschnittliche Eigenleistung, bezogen auf die aktuelle Aktivität und den ausgewählten Fahrmodus, im Vergleich zur Durchschnittsleistung der Antriebseinheit geben.
Wer gerne seine Fitness-Daten trackt oder Komoot nutzt, kann diese Apps mit der eBike Flow App verbinden. So können etwa Routen übertragen, auf Strava geteilt und Daten mit Apple Health synchronisiert werden.
Sonstige smarte Funktionen
Bosch erweitert sein smartes E-Bike-Ökosystem um gemeinschaftliche Nutzung, KI-gestützte Reichweiten- und Komfortfunktionen, elektronisches Schalten, adaptive Displays, einen Limit-Modus für S-Pedelecs sowie verbesserte Sicherheitsmeldungen über die eBike Flow App.
Ein E-Bike, fünf Fahrer
Ein Bosch-E-Bike kann man auch gemeinsam nutzen: Über die eBike-Flow-App können Nutzer bis zu fünf Freunde oder Familienmitglieder zur Mitbenutzung einladen. Jeder eingeladene Nutzer erstellt dabei ein eigenes Profil direkt auf dem eigenen Smartphone. Für die Nutzung der Funktion ist lediglich ein Flow+-Abo durch die einladende Person erforderlich – alle anderen profitieren kostenlos. Der Vorteil: So kann jeder seine Wunsch-Einstellungen speichern.
KI erhält Einzug ins E-Bike
Bosch spricht vom „Connected Biking“, wenn E-Bike und Fahrer ein intelligentes Team bilden. Gesteuert wird alles über die eBike-Flow App – von Einstellungen bis zur Routenplanung oder auch die KI-gestützte Funktion „Range Control“. Wer etwa mit mindestens 30 Prozent Akku am Ziel ankommen möchte, kann dies in der App angeben. Die Software berechnet auf Basis von Route, Gewicht und Fahrverhalten, wie sich das erreichen lässt.
Weitere intelligente Neuerungen sind die Überwachung des Ladestands via App, die Ermittlung der persönlichen Ankunftszeit bei der Nutzung der Navigation sowie der neu eingeführte Eco+-Modus. Letzterer unterstützt den Fahrer nur, wenn er etwa Steigungen hochfährt oder mit Gegenwind zu kämpfen hat. Auf diese Weise lässt sich die Gesamt-Reichweite erhöhen. Alle neuen KI-Features sind hier zusammengetragen.
eShift: Elektronisches Schalten bei E-Bikes
Bosch eBike Systems hat seine Schaltlösung eShift um neue Funktionen und Kompatibilitäten erweitert. Die Integration ins smarte System sorgt für ein noch komfortableres Fahrerlebnis – vom Stadtverkehr bis zum sportlichen eMTB. Neu im Portfolio sind Schaltungen von Shimano, TRP und Classified, die nun ebenfalls mit eShift genutzt werden können.
© Bosch eBike
© Bosch eBikeBosch erweitert die Schaltlösung eShift um neue Funktionen.
Im Herbst 2025 haben Shimano NEXUS Di2 und CUES Di2 ein Update erhalten, das die Automatik-Funktion ergänzt und einen individuell einstellbaren Anfahrgang bietet. Das Update wird kabellos über die Bosch-Flow-App oder den Fachhandel installiert, während die Schaltung zusätzlich über die Shimano-App aktualisiert werden muss.
Kiox 300 und Kiox 500 passen sich automatisch an die Fahrsituation an
Die Funktion „Dynamische Anzeige“ ist für die Displays Kiox 300 und Kiox 500 verfügbar. Dabei soll sich die Anzeige an die Fahrsituation automatisch anpassen und komplett selbstständig wechseln. Der Fahrer soll dadurch weniger abgelenkt werden und seine volle Konzentration aufs Fahren lenken können.
Je nach Fahrsituation wechselt das dynamische Display automatisch. Auf ebener Strecke zeigt es beispielsweise die Geschwindigkeit, zurückgelegte Kilometer sowie die Reichweite. © Bosch eBike
Fährt der E-Biker beispielsweise bergauf, erkennt das System die Steigung und zeigt entsprechend die persönliche Leistung, Trittfrequenz sowie die zurückgelegten Höhenmeter an. Steht das E-Bike, soll das Display selbstständig die Zusammenfassung der Fahrdaten zeigen.
Limit-Modus für S-Pedelecs
Auch für Speed-Pedelecs hat Bosch eine eigene Antriebseinheit, für die es folgende smarte Funktion gibt. Der „Limit“-Modus soll die schnellen Räder auf eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern begrenzen. Dieser Modus muss allerdings vom Hersteller entsprechend vordefiniert sein und kann nicht selbst nachgerüstet werden. Fährt man in diesem Modus, soll sich die Unterstützung ähnlich wie beim Auto-Modus automatisch anpassen können.
Mit der neuen Unterstützungsstufe „Limit“ für Speed-Pedelecs kann man die Geschwindigkeit der schnellen Räder auf 25 Stundenkilometer begrenzen. © Bosch eBike
Der Modus ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn man gemeinsam mit anderen E-Bike-Fahrern unterwegs ist. Die gesetzlichen Vorgaben für Speed-Pedelecs wie Helm-, Kennzeichen- und Versicherungspflicht bleiben bestehen.
„Kritische Meldungen“ für iPhone-Nutzende
Die eBike Flow App von Bosch bietet standardmäßig einen Diebstahlschutz – inzwischen auch für iPhone-Nutzer. Wird das E-Bike bewegt oder gestohlen, erhalten Nutzer eine Push-Mitteilung mit Ton, selbst wenn das iPhone stummgeschaltet ist oder sich im Fokus-Modus befindet. Dafür muss in den Einstellungen die Option „Kritische Mitteilungen“ aktiviert sein.

