BadenVandale will ein «Zeichen setzen» – und wütet vor Badener Café

Ein rund 60-jähriger Mann aus Wettingen randaliert beim beliebten «Gap’s Cup» am Gstühl-Platz. Wie der Besitzer des Lokals reagiert.
Der Aussenbereich des Cafés wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Bild: zvg
Tische und Stühle liegen am Boden, Blumentöpfe sind umgeworfen: So trifft Inhaber und Barista Gap Thangsubut sein Lokal «Gap’s Cup» vor einigen Tagen an. Es geht nicht lange – und der Vandale wird von der Polizei verhaftet. Die Überwachungskameras am Badener Gstühl-Platz haben ihn gefilmt.
Die Polizei meldet sich beim Barista. «Es war ein rund 60 Jahre alter Mann aus Wettingen, der randaliert hat», berichtet «Gap», wie ihn alle nennen. «Der Mann sagte bei der Einvernahme offenbar: ‹Ich wollte ein Zeichen setzen›.» Er habe aber keine Ahnung, so der Café-Besitzer, was der Vandale damit gemeint haben könnte.
Offenbar hatte der Übeltäter die Hoffnung, dass er den Schaden von rund 500 Franken bezahlen kann, und das Thema wäre dann erledigt für ihn. Doch das kommt für den Barista, der zweimal den Schweizer Meister in Latte Art holte und an den Weltmeisterschaften teilnahm, nicht infrage. «Ich habe eine Anzeige wegen Sachbeschädigung eingereicht. Es ist absolut sinnlos und mühsam für uns, was er getan hat.»
Barista Gijtipong Thangsubutr, genannt «Gap».
Bild: Sandra Ardizzone
Das «Gap’s Cup» am Gstühlplatz gehört mit rund 70 Sitzplätzen zu den grössten Cafés in Baden. Zuletzt sorgte der Lokal-Betreiber für Schlagzeilen, weil er neue Hausregeln einführte. Am Wochenende sind Laptops, Karten- und Gesellschaftsspiele sowie Picknicks verboten. «Wir sind doch keine Bibliothek», erklärte der Betreiber. Gerade am Samstag und Sonntag erwirtschafte das Lokal den grössten Teil seines Umsatzes. «Wenn mehrere Tische lange blockiert sind, funktioniert das wirtschaftlich einfach nicht.»
Die Reaktionen in den Online-Kommentaren unterstützten ihn mehrheitlich. «Es ging wohl nicht mehr anders. Ein Gastronom mit Rückgrat. Bravo», schreibt beispielsweise ein Leser. Eine Kommentatorin ergänzt: «Ich gebe ihm vollkommen recht. Die ichbezogene Gesellschaft ohne Respekt und Empathie macht sich immer stärker bemerkbar. Das ist sehr bedauerlich.» Fehlender Respekt – so lässt sich auch die Aktion des Vandalen treffend beschreiben.
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