
AUDIO: Mediathektipps: «All the sins», Paula-Doku und «Das Kentler-Experiment» (4 Min)
Stand: 14.02.2026 12:04 Uhr
Neu in den Mediatheken: Eine erschütternde Dokumentation über ein völlig misslungenes Experiment mit Kindern in Berlin, eine Nordic-Noir-Thriller-Serie aus Finnland und eine Film über Paula Modersohn-Becker.
«All the Sins»: Nordic-Noir-Thriller-Serie in der Arte Mediathek
Lauri Räihä steckt gerade in einer Krise und soll eigentlich mit seinem Lebensgefährten eine Paartherapie machen, da wird der Kriminalkommissar in seine nordfinnische Heimat zu einer Mordermittlung geschickt. In dem kleinen Ort Varjakka wurden zwei Männer ermordet – beide waren einflussreiche Mitglieder der streng religiösen Laestadianer-Gemeinde.
Die Laestadianer haben im ganzen Ort das Sagen. Sie kontrollieren die Politik, sind Unternehmer, helfen sich gegenseitig. Verhüten ist verboten, 10 Kinder sind völlig normal und alle außer ihnen kommen in die Hölle.
Ausschnitt aus «All the Sins»
Auch Lauri war früher Laestadianer und musste nach seinem Coming-Out seine Heimat verlassen. Jetzt schlägt ihm im Ort überall Misstrauen entgegen. Als er gerade ersten Hinweisen nachgeht, verschwindet ein weiteres Gemeinde-Mitglied. «All the Sins» ist eine klassische Nordic-Noir-Thriller-Serie mit viel Düsternis und etwas zu viel bedeutungsschwangerer Musik. Interessant wird sie vor allem durch die Einblicke in die streng konservative Religionsgemeinschaft, die in Skandinavien tatsächlich rund 150.000 Anhänger hat. Alle drei Staffeln in der Arte Mediathek.
«100 Jahre später sehen wir erst, was für eine revolutionäre Figur Paula Modersohn-Becker gewesen ist», heißt es in der Doku «Paula Modersohn-Becker – Keine Kompromisse». «Sie hat nicht nur den Expressionismus vorweggenommen, sie hat viele Tabus gebrochen in ihrer Zeit. Paula Modersohn-Becker war eine kompromisslose Künstlerin, deren Werke heute weltweit gefeiert und bewundert werden. Zu ihren Lebzeiten sah das allerdings anders aus. Zeitgenossen zeigten sich irritiert durch den eigenwilligen Stil ihrer Frühwerke.
Der Dokumentarfilm «Paula Modersohn-Becker – Keine Kompromisse» porträtiert zum 150. Geburtstag eine eigenwillige Malerin, die sich nicht von ihrem Weg abbringen ließ. Und er zeigt, welche Hindernisse Frauen auch heute noch in der Kunst überwinden müssen. Zu sehen bis zum 7. Februar 2027 in der Arte Mediathek.
Diese Dokumentation macht sprachlos und wütend: Über 30 Jahre lang brachte die Berliner Jugendhilfe Minderjährige aus schwierigen Familienverhältnissen als Pflegekinder bei pädophilen Männern unter. Wie den siebenjährigen Marco. In dem Film erzählt er: «Als dann die Übergriffe passierten und er anfing körperlich zu züchtigen, wie er es nannte, begannen auch die sexuellen Übergriffe.»
Viele Jahre wird Marco, quasi unter Aufsicht der Jugendhilfe, von seinem Pflegevater missbraucht. Bis heute ist er schwer traumatisiert und berufsunfähig. Der staatlich finanzierte Kindesmissbrauch geht zurück auf den Sexualwissenschaftler und Pädagogen Helmut Kentler.
Die Dokumentation «Das Kentler-Experiment» erzählt die Hintergründe eines beispiellosen Behörden-Versagens, dessen Ausmaße bis heute nicht ganz geklärt sind und für das niemand die Verantwortung übernehmen will. Zu sehen in der ARD Mediathek.

Ein einfühlsames irisches Drama über ein junges Mädchen, ein spannender Thriller aus Spanien und eine Musik-Doku sind die Streaming-Tipps.

Zu den Tipps gehören eine schwarzhumorige Serie, ein tragikomischer Film und eine Doku über einen Wirtschaftsskandal.

Zu den Tipps gehören eine Doku über eine deutsche Jazz-Pionierin, eine englische Coming-of-Age-Serie sowie einen Film über «Restorative Justice».

Wir empfehlen eine Doku über Lynchs Meisterwerke, ein skurriles Krimi-Drama und eine berührende Doku über eine Kriegsfotografin.