BadmintonTrotz zahlreicher kurzfristiger Absagen: Beim Swiss Open fällt die Bilanz positiv aus

Beim grössten Badminton-Turnier der Schweiz kommt es am Finaltag nur zu einem Duell zwischen Europa und Asien und Turnier-Organisator Christian Wackernagel traut einem Finalisten Grosses zu.

Supanida Katethong gewann in Basel ihren dritten Titel auf der World Tour.Supanida Katethong gewann in Basel ihren dritten Titel auf der World Tour.

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Während der Finaltag der Swiss Open in vollem Gange ist, zieht Organisator Christian Wackernagel ein erstes Fazit zur 36. Ausgabe des grössten Badminton-Turniers der Schweiz in der St. Jakobshalle. Trotz der erschwerten Organisation der diesjährigen Ausgabe durch die Eskalation im Iran und die damit verbundenen Einschränkungen im internationalen Flugverkehr ist Wackernagel zufrieden. «Es mussten einige Zusatzschichten eingelegt werden. Am Ende hat jedoch alles funktioniert», erzählt der 63-Jährige, der die Swiss Open vor über 30 Jahren nach Basel holte.

Christian Wackernagel (links) an den Swiss Open Basel mit dem OK-Team Julien Tissot (Mitte) und Ricco Verrelli (rechts).Christian Wackernagel (links) an den Swiss Open Basel mit dem OK-Team Julien Tissot (Mitte) und Ricco Verrelli (rechts).

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30 kurzfristige Ausfälle – mehrheitlich Spielerinnen und Spieler, aber auch vereinzelte Schiedsrichter – waren es schliesslich, die ersetzt werden mussten. Darunter waren auch prominente Namen wie P.V. Sindhu (BWF-12). Die Inderin ist ein Superstar und hätte mit ihren knapp vier Millionen Anhängern auf Instagram zusätzliche Aufmerksamkeit nach Basel gelenkt.

Weniger Duelle zwischen Europa und Asien

Doch auch aus Europa fehlten einige grosse Namen. Der dänische Olympiasieger Viktor Axelsen (BWF-89) musste passen und die französischen Brüder Christo (BWF-5) und Toma Junior (BWF-17) Popov liessen das Turnier wegen Überbelastung aus. Entsprechend seltener kam es in den entscheidenden Spielen zu europäisch-asiatischen Duellen. «Ohne diese Affichen ist es in der Halle ruhiger. Der Funken springt weniger aufs Publikum über», so Wackernagel. Am Finaltag war Europa nur noch mit dem Männerdoppel Lundgaard/Vestergaard aus Dänemark vertreten, welches gegen die Zwillinge Lee aus Taiwan diskussionslos 0:2 verlor.

Doch auch so bekamen die Zuschauenden in der Halle spannende Spiele zu sehen. Für eine grosse Überraschung sorgte die Thailänderin Supanida Katethong (BWF-14). Gegen die an erster Stelle gesetzte Putri Kusuma Wardani (BWF-6) aus Indonesien gewann Kathetong im Eilzugstempo nach 40 Minuten mit 21:11 und 21:15 und holte im fünften Anlauf ihren ersten Titel in Basel.

Der Japaner Yushi Tanaka gewann im Herren-Einzel.Der Japaner Yushi Tanaka gewann im Herren-Einzel.

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Bei den Männern musste sich Indonesien ebenfalls mit dem zweiten Rang begnügen. Der Japaner Yushi Tanaka (BWF-20) besiegte Alwi Farhan (BWF-14) in zwei Sätzen (21:18, 21:12). Für den 20-jährigen Farhan hat Wackernagel dennoch lobende Worte übrig: «Bei ihm sehe ich das Potenzial für einen künftigen Olympiasieg oder Weltmeistertitel. Es ist schön, solche Spieler bei uns zu sehen. Wir haben auch ein wenig eine Durchgangsfunktion für junge Spieler, die hier Punkte sammeln, dass sie bei grösseren Turnieren gesetzt sind», so Wackernagel.

Alwi Farhan deutete trotz Niederlage im Final sein grosses Potenzial an.Alwi Farhan deutete trotz Niederlage im Final sein grosses Potenzial an.

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Alle ResultateDie Finals

Damen: Putri Kusuma Wardani (IDN) – Supanida Katethong (THA) 0:2 (11:21, 15:21)
Herren: Alwi Farhan (IDN) – Yushi Tanaka (JPN) 0:2 (18:21, 12:21)
Damen-Doppel: Li Yi Jing/Wang Yi Duo (CHN) – Jia Yi/Zhang Shu Xian (CHN) 2:0 (21:10, 22:20)
Herren-Doppel: Fang-Chih Lee/Fang-Jen Lee (TPE) – Daniel Lundgaard/Mads Vestergaard (DEN) 2:0 (21:18, 21:13)
Mixed-Doppel: Zhu Yi Jun/Li Qian (CHN) – Cheng Xing/Zhang Chi (CHN) 1:2 (22:20, 15:21, 20:22)

Wackernagel rechnet mit schwarzen Zahlen

Auch neben dem Court gibt es für das Swiss Open erfreuliche Nachrichten. «Die definitiven Resultate werden wir erst in zwei, drei Monaten haben, aber wir dürften dieses Jahr einen kleinen Gewinn erzielen», sagt Wackernagel. Ausserdem stehen die Zeichen gut, dass das Turnier bis 2030 weiterhin direkt nach dem All England Open stattfinden wird und somit für die asiatischen Stars aufgrund der kurzen Anreise attraktiv bleibt.

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