In Hollywood werden nicht selten dreistellige Millionenbeträge in groß angelegte Filme investiert, um den nächsten Box-Office-Überflieger zu landen. Genauso oft, wie wir über Erfolge an den Kinokassen berichten, offenbaren sich jedoch auch Projekte, die aus den unterschiedlichsten Gründen komplett daneben gegangen sind.
Einer der legendärsten Flops in der Geschichte ist John Carter – Zwischen zwei Welten aus dem Jahr 2012. Disney hoffte mit dem aufwendigen Sci-Fi-Blockbuster eine neue Filmreihe zu starten, die in einer Liga mit Star Wars und Co. spielt. Schlussendlich entpuppte sich der Film jedoch als Millionengrab.
Trotz Sci-Fi-Pleite: John Carter-Regisseur Andrew Stanton liebt seinen Film immer noch
Über eine Dekade nach dem Kinostart wurde Regisseur Andrew Stanton im Zuge einer offenen Fragerunde bei Reddit gefragt, wie er heute zu John Carter steht.
Stanton erinnert sich voller Stolz:
Ich habe jede Sekunde der Dreharbeiten zu diesem Film geliebt. Ich würde nichts daran ändern.
Die nächste Verfilmung des Stoffs könnte dennoch einen anderen Weg wählen:
Ich glaube, dass es eine gute Vorlage für eine Streaming-Serie wäre.
Angekündigt ist eine Neuverfilmung der John-Carter-Geschichten aus der Feder von Edgar Rice Burroughs bislang nicht. In der Vergangenheit haben wir dafür schon öfter erlebt, dass eine im Kino gescheiterte Verfilmung als Serie erfolgreich neu aufgelegt wurde, etwa Percy Jackson, Der Goldene Kompass und bald vielleicht auch Eragon.
200 Millionen US-Dollar Verlust für Sci-Fi-Fehlstart: Der John Carter-Flop hat richtig wehgetan
Um John Carter dürfte Hollywood aber noch einige Zeit einen größeren Bogen machen. Wie die Los Angeles Times nach dem Kinostart berichtete, soll Disney der Film in seiner Produktion und Vermarktung rund 350 Millionen US-Dollar gekostet haben. Weltweit konnte er allerdings nur 284 Millionen US-Dollar einspielen.
Mit allen weiteren Kosten bezifferte die Los Angeles Times den wahrscheinlichen Verlust auf 200 Millionen US-Dollar, was John Carter zusammen mit Filmen wie Lone Ranger und The Marvels zu einem der größten Flops überhaupt macht. Das hat sich auch auf die Karriere von Stanton ausgewirkt, der eigentlich aus dem Hause Pixar stammt.
Nach erfolgreichen Animationsfilmen wie Findet Nemo und Wall-E markierte John Carter Stantons ersten Live-Action-Blockbuster. Nachdem dieser gescheitert war, kehrte er wieder zu Pixar zurück und drehte Findet Dorie. Erst jetzt, 14 Jahre nach John Carter, präsentiert er mit In the Blink of an Eye seinen zweiten Realfilm.
In the Blink of an Eye feierte Anfang des Jahres auf dem Sundance Film Festival seine Premiere und befindet sich seit Kurzem bei Disney+ im Streaming-Abo. Die Geschichte spielt in der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart und verbindet die Schicksale von Menschen auf der Suche nach einem Sinn im Leben über die Zeit hinweg.