Auf der Strasse erkannt wird Schröter trotzdem nicht. «Zum Glück!», gibt er zu. Wenn Fans in Tränen ausbrechen, dann wegen Frontmann und Sänger Stefan Buck und nicht wegen ihm. «Ich bin ihm sehr dankbar, dass er seinen Job so macht, wie er ihn macht», sagt Schröter. Bei diesen Worten über seinen Freund schwingt auch ein bisschen Stolz mit. Die beiden kennen sich seit ihrer Schulzeit im Luzerner Seetal und machen seit fast dreissig Jahren zusammen Musik. Es verbindet sie eine tiefe Freundschaft. «Ich bin kein Solokünstler», sagt Schröter über sich und ergänzt: «Mein Antrieb ist die Arbeit im Team. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam richtig hart an etwas zu arbeiten und gemeinsam den Erfolg dafür zu feiern.» 

Kompetenzen zusammenbringen 

Der Teamspirit ist auch zentral bei seiner Arbeit im Start-up. Evoleen ist heute mit Standorten in Zürich, München und Riad vertreten und entwickelt innovative Healthtech-Lösungen für Pharmaunternehmen, Ärztinnen und Ärzte sowie öffentliche Institutionen. Im Gegensatz zu klassischen pharmazeutischen Produkten, die einen Zyklus von mehreren Jahrzehnten haben, zählt bei neueren Technologien die Geschwindigkeit. «Bei so unterschiedlichen Zeitskalen ist es schwierig, in derselben Struktur beide Arten von Produkten voranzutreiben», sagt Schröter über die Geschäftsidee. Deshalb entwickelt sein Start-up nicht nur die Produkte selbst, sondern bietet über die Ideenfindung, klinische Validierung, Marktzulassung bis zur Vermarktung die gesamte Palette an Dienstleistungen an. 

«Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit unseren Projekten nur deshalb so erfolgreich sind, weil bei uns so viele verschiedene engagierte und clevere Leute mitdenken. Jeder hat sein Kerngebiet und bringt sich damit ein», sagt Schröter. Erfolg sei wichtig, aber er sei wegen der Menschen hier bei Evoleen. Die Büroräume strahlen Wohnzimmeratmosphäre aus. Der Weg in die Küche ist gesäumt von Postkarten, Geburtsanzeigen und Hochzeitsfotos und das WLAN-Passwort klingt verdächtig nach «home sweet home». 

Bei allem Teamgeist, Schröter schätzt auch die Phasen, in denen er still und konzentriert für sich allein arbeiten kann. Ideen wälzen, an technischen Details feilen. Diese Eigenschaft nimmt er von seinem Studium an der ETH Zürich mit. Nach einem Bachelor in Maschinenbau hat er einen Master in Biomedizintechnik absolviert. «Die Studienrichtung im Master war für mich die perfekte Kombination», erinnert sich Schröter. Er hat am Ende des Gymnasiums lange überlegt, ob er ein technisches Studium in Angriff nehmen soll oder doch ein Medizinstudium. «Ich würde noch heute gerne als Arzt arbeiten, aber das liesse sich nur schwer mit der Musik vereinbaren», gibt er zu bedenken. Seine Selbständigkeit gibt ihm die nötige Freiheit, in der Welt der Musik und in der Welt des Start-ups zu Hause zu sein.