Ein bedeutendes Fundstück kommt wieder nach Hause: Eine kleine, pechschwarze Frauenstatuette aus geschnitztem fossilem Holz, die lange in einem Basler Museum zu finden war, wird dem Kanton Schaffhausen übergeben. Damit ist sie wieder an dem Ort, an dem sie in den 50er-Jahren gefunden wurde – bei der ersten Ausgrabung wurde sie allerdings wohl übersehen.

1891 entdeckte der Schaffhauser Archäologe Jakob Nüesch die bedeutende steinzeitliche Fundstelle «Schweizersbild» bei den markanten Felsen am Stadtrand und leitete danach die Ausgrabungen. Die altsteinzeitlichen Artefakte, die dort gefunden wurden, sind für das geschichtliche Verständnis des Kantons wichtig. Vier Jahre danach kaufte das heutige Museum der Kulturen Basel 118 Fundstücke.

Jahrzehnte später, 1954, untersuchte der Laienforscher Willi Mamber den Fundort. Im Aushub der alten Grabung fand er eine kleine, 2,8 Zentimeter hohe stilisierte Frauenstatuette. Laut Schätzungen ist die kleine Figur aus Pechkohle rund 15’000 Jahre alt. Sie gilt wissenschaftlich als bedeutender Fund für den Kanton Schaffhausen. 1975 schenkte Mamber die Skulptur dem Museum der Kulturen Basel.

Statuette kehrt in ihre «Heimat» zurück

Wieder 50 Jahre später, im Juni 2025, bat der Kanton Schaffhausen jenes Museum, die Frauenfigur an ihren «Heimatort» zurückzuführen. Diesem Wunsch hat der Regierungsrat von Basel-Stadt nun entsprochen, nachdem auch die Museumsdirektorin aus Basel die freiwillige Übergabe befürwortete. Neu ist die Kantonsarchäologie Schaffhausen verantwortlich für die Figur, schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung.

Die Statuette wurde unter anderem bereits in Paris ausgestellt. Und auch in Schaffhausen war sie vom Oktober 2025 bis Mitte März 2026 zu sehen, damals noch als Basler Leihgabe, in der Sonderausstellung «Eiszeit – Leben vor 17 000 Jahren» im Museum zu Allerheiligen. Hier darf sie nun bleiben: Bald wird sie in der Dauerausstellung zur regionalen Archäologie zu besichtigen sein.