Mudavadi betonte, dass Kenia angesichts globaler Konflikte, einschließlich der anhaltenden Krise im Nahen Osten, weiterhin Neutralität und Diplomatie bekenne und rief zu Deeskalation, dem Schutz der Zivilbevölkerung und der strikten Einhaltung des Völkerrechts auf. Der Kenianer warnte davor, dass anhaltende Instabilität in der Region den Welthandel und die Energieversorgung beeinträchtigen könnte, insbesondere wenn Seewege wie die Straße von Hormus weiterhin blockiert blieben. Dies hätte erhebliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen für viele Länder, darunter auch afrikanische. Außerdem erklärte er, Kenia sei bereit, zum Aufbau eines stabileren internationalen Systems beizutragen.
Nun gehört offenbar auch zu Mudavadis Agenda, für kenianische Kämpfer im russischen Angriffskrieg einzustehen. Angesichts dessen, dass die Ukraine seit September 2025 auf Russlands Rekrutierung von Kenianern aufmerksam macht, kommt der Schritt zwar recht spät. Allerdings ist das Thema für Kenia durchaus heikel. So lobte Mudavadi einerseits die Beziehungen zu Moskau, einschließlich der sowjetischen Anerkennung der kenianischen Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1963. Andererseits betonte er, dass man eine Vereinbarung getroffen habe, wonach sich Kenianer nicht mehr zum Kampf melden dürften.
«Es wird keine weiteren Rekrutierungen geben», sagte er. Er fügte hinzu, dass man sich zudem um diejenigen Kenianer kümmern werde, die in Russland Hilfe bräuchten.
Es ist unklar, wie viele Afrikaner genau in der Ukraine kämpfen. Die Regierung in Kiew spricht von mehr als 1.700 Afrikanern, die auf russischer Seite kämpfen. Analysten gehen jedoch von einer höheren Zahl aus.
Bisher war das Thema nicht öffentlich verhandelt worden. Aber nun gibt es offene Debatten in einzelnen Ländern: «Wir stehen unter großem Druck von einigen betroffenen Familien, die nun immer mehr Mut fassen, sich zu Wort zu melden und über das Problem zu sprechen», räumte Mudavadi ein. Einem im Februar den Abgeordneten vorgelegten Bericht des kenianischen Geheimdienstes zufolge wurden mehr als 1.000 Kenianer rekrutiert, um an der Seite Russlands im Krieg in der Ukraine zu kämpfen – fünfmal so viele, wie die Behörden zuvor geschätzt hatten.
Kenianische Politiker beschrieben ein Netzwerk aus korrupten Staatsbeamten, die mit Menschenhändlerringen zusammenarbeiten. Oft sollen den Menschen über Dritte lukrative zivile Arbeitsplätze angeboten worden sein, bevor sie dann in Russland plötzlich an die Front mussten. Das löste in Ländern wie Kenia, Ghana und Südafrika Empörung aus.