Leserbrief: 

2021 bin ich aus dem Toggenburg weggezogen, da sich für meine Berufsgattung und mit meiner hohen IT-Affinität keine hochwertigen Jobs finden liess.
Seither hat sich das Toggenburg gut entwickelt. Mit der Umfahrungsstrasse Wattwil und Bütschwil gab es einen regelrechten Investitions-Boom in Ulisbach, Nesslau oder auch in den Gemeinden zwischen Wattwil und Wil. Das Städtli (Lichtensteig) hat 2023 dann sogar den Wakkerpreis gewonnen. Es geht was – auch aufgrund von Investitionen von den Leuten im ganzen Kanton für die Bevölkerung im Toggenburg.

Westlich von Wil bekommt das St.Galler Stimmvolk am 8. März die Chance, ein Grundstück auf Thurgauer Boden zu verkaufen. Mit dem Verkauf werden Finanzierungen des Bundes aktiviert, die dann für den Infrastrukturausbau (Bahn und Autobahn) in Wil verwendet werden können. Als kleiner Nebenbonus werden in den nächsten Jahren 3000 neue Stellen geschaffen. Stellen, die hoffentlich keine gut ausgebildeten Kinder mehr nach Zürich zwingen. Das kommt uns allen zugute, weil das Geld, Freunde und die Liebe in der Nähe bleibt.

Für die Ostschweiz, die es trotz idealer Lage und Standortvorteilen nicht schafft, den Stempel der „B-Schweiz“ zu verlieren, wäre es ein Armutszeugnis, wenn man ein solches Leuchtturmprojekt nicht realisieren könnte.

Die Umsetzung von Wilwest durch den Kanton St.Gallen wurde 2022 abgelehnt. Aufgrund der Kosten, aufgrund der nicht kompensierten Fruchtfolgeflächen und teilweise aufgrund der zusätzlichen Stellen, die im Fachkräftemangel nicht zusätzlich benötigt wurden.

Die Kosten trägt nun der Kanton Thurgau, der das Areal realisiert. Die 18 Hektaren Fruchtfolgeflächen werden im Kanton St.Gallen kompensiert. Und nach dem Abgang der Helvetia Versicherungen, verschiedener Konkurse im Kanton und einer kriselnden Hauptindustrie in der Ostschweiz, brauchen wir Raum für Entwicklungen von neuen Industrien. Wilwest ist nur 45 Minuten vom Flughafen Zürich entfernt und dennoch hinken wir vergleichbaren Orten, wie Baden wirtschaftlich deutlich hinterher. Lasst uns das ändern, denn wenn es unserer Wirtschaft gut geht, dann geht es auch uns gut.

Ich bitte euch darum am 8. März Ja zum Grundstückverkauf von WILWEST zu stimmen.

Simon Wild,
als junger Erwachsener aus dem Toggenburg weggezogen aufgrund von fehlenden Jobs