Crimson Desert war eines der am meisten erwarteten Titel der vergangenen Jahre. Nun könnt ihr das Open-World-RPG spielen und gleich vorweg: Ja, auch auf Linux lässt sich das Game zocken. Aber wie gut läuft Crimson Desert auf dem Steam Deck? Wir haben es ausprobiert.

Crimson Desert auf dem Steam Deck: Startet, aber mit Problemen und langsam

Erst einmal das Positive, denn das neue Spiel vom südkoreanischen Entwicklerstudio Pearl Abyss lässt sich ohne Probleme auf dem Steam Deck installieren und starten. Doch dann wird es auch schon schwierig. Startet ihr Crimson Desert auf dem Steam Deck zum ersten Mal, ist 4K voreingestellt und der Titel steht aus unerfindlichen Gründen auf “Cinematic”, also den mit Abstand höchsten Grafikeinstellungen. Somit flimmerten bereits die Einstellungen mit nur 5 FPS über den Bildschirm und hatten einige sehr heftige Denkpausen. Am besten ihr erzwingt über die Startoptionen bereits die native Auflösung des Steam-Deck-Displays.

 

Der Titel muss unseren ersten Tests nach zwingend auf den absolut niedrigsten Einstellungen gespielt werden. Wir empfehlen Upscaling durch FSR übrigens nicht zu nutzen, da das Bild bereits an sich sehr rauschig wirkt und dann in vielen Bereichen anfängt noch deutlich stärker zu rauschen. Gerade dann wenn dichte Wälder mit wehenden Baumkronen oder ineinander bewegende Grasbüschel die grafische Szenerie prägen, sieht das nicht mehr gut aus. Also die Auflösung am besten nativ halten (1280 x 800).

 

Und dann fängt Crimson Desert auf dem Steam Deck sehr stark an zu schwanken. Die Bildraten liegen irgendwo zwischen 12 und 27 Bilder pro Sekunde. Letzteres wird übrigens so gut wie nirgends erreicht, nur in ganz speziellen Situationen. Meistens liegen die FPS irgendwo zwischen 15 und 30 FPS mit teils sehr deutlichen Einbrüchen nach unten. Es ist nicht völlig unspielbar und es kann durchaus einmal für eine Runde auf dem Handheld herhalten, aber das Steam Deck schafft es einfach nicht, Crimson Desert einigermassen stabil zu halten, was wiederum frusttrierend in der Steuerung sein kann oder eben auch an den nerven zieht, wenn das Game sich kurze Gedenkenpausen nimmt.

Zudem ist die Akkulaufzeit massiv beeinträchtig. Selbst auf dem OLED-Modell war kaum eine Stunde an Spielzeit drin. Der Titel ist unglaublich fordernd für CPU und GPU, trotz der sehr guten Optimierung, auch für schwächere Hardware. Das Steam Deck selbst ist aber dann doch als mobiles Device mit APU der RDNA2-Generation ein wenig zu schwach. Ob sich das mit weiteren Optimierungen durch Patches und Mesa-Updates ändern kann, bleibt abzuwarten. Wir glauben das aber jetzt erst einmal nicht.

 

Andere PC-Gaming-Handhelds könnten unter Umständen besser abschneiden. Das Asus RoG Ally (X) oder auch Lenovo Legion Go sind deutlich besser ausgestattet und könnten mit festen 30 FPS oder vielleicht sogar 40 FPS ein durchaus flüssiges Erlebnis bieten. Leider liegt mir aktuell kein Modell dieser Klasse zum Ausprobieren vor. Werde mich aber dazu noch einmal äussern, sobald ich ein solches Modell in den Händen habe.

 

An dieser Stelle gibt es also keine Empfehlung für Crimson Desert auf dem Steam Deck. Das Game läuft miserabel und wir wissen nicht, ob sich das in Zukunft einmal ändern könnte. Stand jetzt vermutlich nicht. Daher zockt lieber auf den vorgesehenen Konsolen, am PC oder auf einem einigermassen gut ausgestatteten Mac oder MacBook.