TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Morbus Crohn ist nicht heilbar – Medikamente gelten bislang als wichtigste Therapie. Eine kleine Studie aus Kanada hat nun untersucht, ob Intervallfasten bei bestimmten Patienten zusätzliche Effekte zeigen kann.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung der University of Calgary begleitete 35 übergewichtige oder stark übergewichtige Morbus-Crohn-Patienten in einer stabilen Krankheitsphase. Das bedeutet: Die Erkrankung war zu Beginn der Studie nicht akut aktiv. Menschen mit einem akuten Schub nahmen nicht teil. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Gastroenterology“ veröffentlicht.

Studie zu Intervallfasten bei Morbus Crohn

Per Zufallsprinzip kamen 20 Teilnehmer in die Fastengruppe, 15 in die Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe behielt ihre bisherigen Essgewohnheiten bei.

Die Fastengruppe durfte täglich acht Stunden essen. Art und Menge der Nahrung bestimmten die Teilnehmer selbst. In den übrigen 16 Stunden verzichteten sie auf Nahrung und kalorienhaltige Getränke – an sechs Tagen pro Woche. Laut Studie war die gesamte Kalorienaufnahme vergleichbar. Nach zwölf Wochen wurden die Daten ausgewertet.

Ergebnisse mit klaren Einschränkungen

In der Fastengruppe mussten die Teilnehmer deutlich seltener auf die Toilette. Die Zahl der Toilettengänge sank um bis zu 40 Prozent. Auch Bauchschmerzen und andere Beschwerden im Bauchraum gingen um 50 Prozent zurück. Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer 2,5 Kilogramm ab.

Anzeige

Auch interessant

Anzeige

Auch interessant

Wichtig ist: Bestimmte Standard-Blut- und Stuhlwerte, mit denen Ärzte Morbus Crohn normalerweise kontrollieren, veränderten sich kaum. Verbesserungen zeigten sich vor allem bei Entzündungsstoffen, die vom Körperfett gebildet werden. Auch die Zusammensetzung der Darmbakterien veränderte sich.

Studienleiterin Dr. Maitreyi Raman erklärte in einer Mitteilung der „Crohn’s & Colitis Foundation of America“: „All dies deutet darauf hin, dass Intervallfasten Patienten helfen kann.“

Die Studie lief zwölf Wochen und umfasste 35 Teilnehmer. Es handelt sich um eine erste, kleinere Untersuchung. Untersucht wurden ausschließlich übergewichtige Patienten, deren Erkrankung zu Beginn der Studie nicht akut war.