EndingenEngagiert für jüdisches Leben im Surbtal – Jules Bloch ist tot
Der Endinger engagierte sich für das jüdisch-christliche Vermittlungsprojekt Doppeltür und setzte sich für den Erhalt und die Pflege der jüdischen Kultur ein.
Mit dem Tod von Jules Bloch verlieren die Juden im Surbtal eine wichtige Stimme: Der Endinger ist am 17. März im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Beisetzung hat bereits auf dem Jüdischen Friedhof in Endingen stattgefunden. Bloch hinterlässt seine Frau Raymonde, seine Tochter Esther, Sohn Marc und Enkelkinder.
Jules Bloch (1947 – 2026).
Bild: Sandra Ardizzone
Mit seinem Tod verliert auch das Projekt Doppeltür eine bedeutende Persönlichkeit. Dessen Herzstück ist ein Besucherzentrum in Lengnau, das die besondere jüdische Geschichte im Surbtal einem breiten Publikum vermitteln wird. Nächste Woche findet der Spatenstich statt. Jules Bloch habe das Projekt von Anfang an geprägt und unterstützt und sei als Vorstandsmitglied massgeblich an dessen Gestaltung und Entwicklung beteiligt, schreiben der Verein und die Stiftung Doppeltür.
Jahrzehnte Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde
«Jules war ein wichtiger Zeitzeuge des jüdischen Lebens im Surbtal – ‹a Mensch› – der den respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen lebte, immer eine offene Tür für alle hatte», heisst es weiter. «Sein tiefes Engagement werden wir in seinem Sinne mit ‹Doppeltür› weiterverfolgen. Wir vermissen ihn schmerzlich an unserer Seite.»
Jules Bloch war zum einen Vorstandsmitglied des Vereins Doppeltür, der für den Betrieb des künftigen Begegnungszentrums in Lengnau und des Jüdischen Kulturwegs zwischen Lengnau und Endingen sowie Veranstaltungen und Sonderausstellungen verantwortlich ist. Zudem war er über 40 Jahre Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Endingen, die sich für die Erhaltung und die Sicherstellung des Weiterbestandes der Kultstätten sowie die Pflege des jüdischen Kultus einsetzt. (az)