TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Hawaii (USA) – Er war ein Felsen aus Muskeln. Er war eine Kampfmaschine mit Herz. Er pflegte seine schwerkranke Frau – bis zum eigenen plötzlichen Tod. Mit einem Kampf-Instagram-Video feierte Chuck Norris („Walker“, „Texas Ranger“, „Delta Force“, „Die Todeskralle schlägt wieder zu“, „Missing in Action“) am 10. März seinen 86. Geburtstag: „Ich werde nicht älter! Ich wachse über mich hinaus! Nichts macht mich jünger als spielerische Action in der Sonne. Ich bin dankbar für ein neues Jahr!“ Happy Chuck.

Chuck Norris (†86) mit seiner Mutter Wilma Norris (†103). Dieses Foto postete er nach ihrem Tod im Dezember 2024 mit rührenden Worten auf Instagram: „Von ihr habe ich gelernt, wie wichtig Freundlichkeit ist“

Chuck Norris (†86) mit seiner Mutter Wilma Norris (†103). Dieses Foto postete er nach ihrem Tod im Dezember 2024 mit rührenden Worten auf Instagram: „Von ihr habe ich gelernt, wie wichtig Freundlichkeit ist“

Foto: ddp/Planet Photos

Neun Tage später starb Chuck Norris in der Klinik auf seinem geliebten, sonnigen Hawaii. Seine Familie war am Sterbebett. Ein Felsen ist zerbrochen. Er war nie ein Schauspieler (trotz 241 Rollen). Er war der König des Kampfes. Er war sechsfacher Weltmeister in Karate, Taekwondo und Judo und erfand seine eigene Kampftechnik „Chun Kuk Do“, diese praktiziert übrigens Robert Downey jr. (60).

Sylvester Stallone (l., damals 39) und Chuck Norris (damals 46) im April 1986 beim Boxkampf von Michael Spinks gegen Larry Holmes um den IBF-Schwergewichtstitel im Hilton Center, Las Vegas

Sylvester Stallone (l., damals 39) und Chuck Norris (damals 46) im April 1986 beim Boxkampf von Michael Spinks gegen Larry Holmes um den IBF-Schwergewichtstitel im Hilton Center, Las Vegas

Foto: Photo Press Service/BESTIMAGE

Wie Carlos Ray zu Chuck Norris wurde

Chuck Norris kam als Carlos Ray Norris Jr. in Oklahoma zur Welt. Er kam aus der Armut: „Wir zogen in 15 Jahren 13 Mal um.“ Im Kino guckte er John Wayne und James Stewart. Das waren seine Ersatzväter. Im Militär in Korea lernte er Karate. Es wurde seine Philosophie und Lebensform.

Bis kurz vor seinem Tod zeigte sich Chuck Norris (l.) topfit!

Bis kurz vor seinem Tod zeigte sich Chuck Norris (l.) topfit!

Foto: chucknorris/Instagram

In Hollywood kämpfte er plötzlich gegen Kult-Kämpfer Bruce Lee (†32, „Way of the Dragon“, 1972). Er verlor, aber ein Star war geboren. Superstar Steve McQueen gab ihm den Lebensrat: „Wenn du sonst nichts kannst, kannst du immer noch Schauspieler werden.“ Sein wohl bester Film: „Lone Wolf McQuade“ (1983). In „Expendables 2“ war er in seiner Liga der Kampfmaschinen: Sylvester Stallone (79), Jason Statham (58), Bruce Willis (71), Arnold Schwarzenegger (78), Dolph Lundgren (68) und Liam Hemsworth (36). Mehr geht nicht.

Mehr zum Thema

Er wollte keinen Oscar: „Ich wollte nie Dustin Hoffman (88) werden oder Al Pacino (85). Ich träumte nie davon, ein Star zu werden. Ich tue, was ich tue.“ Das machte ihn groß. Er war eine Legende. Seine Hollywood-Philosophie: „Ich spiele den Typ, der an der Wand steht und sich freikämpft!“ Seine Sprüche wurden Kult und zu Witzen: „Wenn ich deine Meinung will, prügele ich sie aus dir heraus!“ Oder: „Ich trete nicht auf Zehen. Ich trete aufs Genick!“

Europabesuch im November 2019: Chuck Norris (M., damals 79) mit Ehefrau Gena O'Kelley (damals 56) und dem damaligen Starkoch Alfons Schuhbeck (damals 70) auf Gut Aiderbichl in Henndorf (Österreich)

Europabesuch im November 2019: Chuck Norris (M., damals 79) mit Ehefrau Gena O’Kelley (damals 56) und dem damaligen Starkoch Alfons Schuhbeck (damals 70) auf Gut Aiderbichl in Henndorf (Österreich)

Foto: imago images/Rudolf Gigler

Norris: Für seine kranke Frau gab er Hollywood auf

Er war eine Action-Figur. Die Muskeln waren echt. Das Lachen war echt. Er spielte sich selbst: „Viele Menschen wollen sich identifizieren mit einem Mann, der sich auf sich selbst verlässt und auf seinen eigenen Füßen steht. Und der keine Angst hat.“

Bruce Lee (l.) und Chuck Norris 1972 in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“

Bruce Lee (l.) und Chuck Norris 1972 in „Die Todeskralle schlägt wieder zu“

Foto: ddp

Hinter dem Macho-Klischee war er scheu, sanft, ein Christ und Familienmensch. Aus Hollywood zog er sich zurück, als seine Frau Gena 2013 wegen Rheuma mit MRT-Kontrastmitteln vergiftet wurde. Sie konnte nicht mehr sprechen. Heute geht es ihr gesundheitlich besser.

Chuck Norris erhielt 1989 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und wurde 2010 zum echten Texas Ranger vereidigt. Nach seinem Tod legten Fans Rosen auf dem Denkmal nieder

Chuck Norris erhielt 1989 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und wurde 2010 zum echten Texas Ranger vereidigt. Nach seinem Tod legten Fans Rosen auf dem Denkmal nieder

Foto: Chris Pizzello/AP/dpa

Was bleibt von Chuck Norris? Ein Mann der Action und ein Macho der Kult-Witze als Liebeserklärung. „Chuck Norris macht keine Liegestütze – er drückt die Erde nach unten! Er ist so cool, dass es hinter ihm schneit! Er kann Zwiebeln zum Weinen bringen.“

Das sind keine Witze. Das sind Mini-Mythen.