2025 wurden im Aargau 35’023 Straftaten begangen. Die Zahl stagniert im Vergleich mit letztem Jahr auf hohem Niveau (2024: 35’415). Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Kriminal- und Unfallstatistik hervor. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
Inhaltsverzeichnis
1.Stützpunkte mit unterschiedlichen Tendenzen2.Gemeinden: Aarau und Brugg mit den meisten Straftaten pro Einwohner3.Mehr Einbrüche, etwas weniger «Fälleler»4.Kurve der digitalen Straftaten flacht ab5.Gewaltdelikte: 46 Raubüberfälle, 19 Tötungsdelikte6.Betäubungsmittel: 23 Kilo Kokain, 476 Kilo Marihuana7.Verkehr: Weniger schwerverletzte E-Biker1.Stützpunkte mit unterschiedlichen Tendenzen
Die Statistik der einzelnen Stützpunkte der Kantonspolizei zeigt, dass die Arbeit nicht überall gleichermassen zugenommen hat. Während der Stützpunkt Unterkulm keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, waren es in Brugg 19 Prozent mehr registrierte Straftaten. Betrachtet man nur die Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz, dann ist Brugg der einzige Stützpunkt mit einer Zunahme (+15%).
Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, war im Stützpunkt Aarau mit 64,2 am höchsten. Statistisch am sichersten lebt es sich demnach im Freiamt mit einer Häufigkeitsziffer von 37,4.
2.Gemeinden: Aarau und Brugg mit den meisten Straftaten pro Einwohner
Die Straftaten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner werden auch für die grösseren Aargauer Gemeinden ausgewiesen. Diese sind in Aarau (123,7) und Brugg (100,9) am höchsten, was sicher auch mit den Bahnhöfen zusammenhängt (siehe Punkt 5). Auf der anderen Seite der Tabelle finden sich Gränichen (29,1) und Gebenstorf (29,8). Die grösste Zunahme gegenüber dem Vorjahr verzeichnete Strengelbach (+47%), in Rupperswil nahmen die Straftaten am stärksten ab (-25%).
3.Mehr Einbrüche, etwas weniger «Fälleler»
Seit einem Tiefpunkt im Jahr 2020 wächst die Zahl der Wohnungseinbrüche stetig und hat sich inzwischen mehr als verdoppelt. Mit über 1200 Delikten waren es gegenüber dem Vorjahr fast 20 Prozent mehr. Trotz dieses unerfreulichen Trends gab es einen leichten Rückgang bei den «Fällelern»: Die Summe der Diebstähle aus parkierten Autos ging auf 20’699 zurück (2024: 21’383).
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4.Kurve der digitalen Straftaten flacht ab
Die digitale Kriminalität stagnierte 2025 gegenüber dem Vorjahr erstmals, mit 4523 Straftaten allerdings auf hohem Niveau (2024: 4614). Die grosse Mehrheit der registrierten Delikte fällt in die Kategorie Cyber-Wirtschaftskriminalität, namentlich auf den Online-Anlagebetrug sowie das sogenannte Phishing – also den Versuch, mit gefälschten E-Mails, Webseiten oder Kurznachrichten an sensible Daten von Personen zu gelangen. Allein im Aargau richteten diese Deliktsformen einen Schaden von über 31 Millionen Franken an.
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5.Gewaltdelikte: 46 Raubüberfälle, 19 Tötungsdelikte
Die Anzahl der Raubüberfälle im Aargau nahm leicht ab.
Symbolbild: Getty
Die Zahl der Gewaltdelikte nahm 2025 leicht zu. Die Polizei streicht hier besonders die Gewalt an sogenannten Hotspots wie Bahnhöfen hervor, die die Ordnungskräfte seit Jahren beschäftigt. Im letzten Jahr wurden 46 Raubüberfälle verübt – weniger als in den vergangenen Jahren. In mehr als der Hälfte der Fälle überfielen die Täter ihre Opfer auf offener Strasse. «Auffallend dabei ist, dass 23 Prozent der ermittelten Täter noch nicht 18 Jahre alt waren», schreibt die Kantonspolizei.
Insgesamt wurden 19 Tötungsdelikte verzeichnet, fünf davon wurden vollendet. Alle Tötungsdelikte wurden geklärt.
6.Betäubungsmittel: 23 Kilo Kokain, 476 Kilo Marihuana
Die Polizei beschlagnahmte im letzten Jahr im Aargau 23 Kilo Kokain.
Symbolbild: Marius Eckert
Im Jahr 2025 konnte im Kanton Aargau wiederum eine im Mehrjahresvergleich hohe Menge Kokain (23 kg) sichergestellt werden. Die Sicherstellungen von Marihuana erreichten mit 476 kg einen Mehrjahresrekord. «Vor dem Hintergrund einer unter der Oberfläche wuchernden Strukturkriminalität – etwa durch Drogenhandel oder Geldwäscherei – bildet auch die Zerschlagung krimineller Strukturen ein weiterer Schwerpunkt der Kantonspolizei Aargau», heisst es in der Medienmitteilung.
7.Verkehr: Weniger schwerverletzte E-Biker
Die Zahl der E-Biker, die sich schwer verletzten, nahm im 2025 ab.
Symbolbild: Keystone
Im 2025 trugen sich auf Aargauer Strassen 2615 Verkehrsunfällen zu – ähnlich viele wie in den Vorjahren. Elf Menschen verloren dabei ihr Leben. Gesunken ist die Zahl der Schwerverletzten, wobei ein Grossteil der Betroffenen als Motorradfahrer beteiligt waren. Wie bereits an der Jahresmedienkonferenz betont die Kantonspolizei , dass es sich bei einem Drittel von ihnen um Jugendliche handelte, die als Neulenker der Kategorie A1 verunfallten.
«Zunehmend eine Rolle spielen bei den Schwerverletzten auch E-Trottinetts, E-Scooter und andere sogenannte Trendfahrzeuge», schreibt die Kantonspolizei. Deutlich abgenommen hat hingegen die Zahl der Schwerverletzten auf E-Bikes oder Fahrrädern.
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