Erneuerbare EnergienGrösste Solaranlage im Kanton Zürich in Betrieb genommen
Die Solaranlage auf den Dächern des Logistikareals Embraport in Embrach kann rund 4000 Menschen während eines Jahres mit Strom versorgen. Und sie soll weiter wachsen.
Die Solaranlage auf dem Logistikzentrum Embraport ist rund 20’000 Quadratmeter oder etwa drei Fussballfelder gross.
Bild: zvg/EKZ/Norbert Egli
In Embrach im Bezirk Bülach ist die bisher grösste Photovoltaikanlage des Kantons Zürich in Betrieb gegangen, wie die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) am Mittwoch mitteilten. Die Anlage erstreckt sich über die sieben Dächer des Logistikareals Embraport und füllt eine Fläche von rund 20’000 Quadratmetern oder etwa drei Fussballfeldern. Damit lassen sich 900 Vier-Personen-Haushalte oder rund 4000 Menschen mit Strom versorgen.
Die Anlage stärke die Versorgungssicherheit mit lokalem, nachhaltigem Strom, heisst es in der Mitteilung der EKZ. Die rund 9500 Photovoltaikmodule produzieren mit einer Leistung von bis zu 4,5 Megawatt rund 4 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Rund die Hälfte des Stroms soll vor Ort für den Betrieb des Logistikzentrums Embraport genutzt werden. Die andere Hälfte soll der EKZ-Kundschaft zur Verfügung stehen.
Batterie kann Strom zwischenspeichern
Noch dieses Jahr dürfte «die grösste Solaranlage im Kanton Zürich» noch grösser werden. Denn das Embraport-Areal wird aktuell ausgebaut. EKZ und die Betreiberin von Embraport, die Zürcher Freilager AG, wollen die neuen Dächer ebenfalls mit Solarmodulen bestücken. Damit lässt sich gemäss EKZ die Leistung um etwa ein Megawatt oder 25 Prozent erhöhen.
Ebenfalls noch 2026 möchten die EKZ und die Betreiberin eine Grossbatterie mit einer Kapazität von 2 Megawattstunden auf dem Logistikareal installieren. Mit dieser liesse sich der produzierte Strom zwischenspeichern und müsste nicht sofort genutzt werden. Er liesse sich also aufsparen für Zeiten, wenn die Nachfrage da ist. «Die Nutzung dieser Flexibilität entlastet das Netz bei Engpässen und macht die Stromversorgung insgesamt resilienter», schreiben die EKZ.
80 Kilometer Kabel, 280 Tonnen Steine
Die Zürcher Freilager AG beauftragte die EKZ im August 2024 mit dem Bau der Photovoltaikanlage. Für den Bau mussten gemäss EKZ rund 80 Kilometer Kabel verlegt, 280 Tonnen Ballastierungssteine gesetzt und 600 Kranzüge für den Materialtransport koordiniert werden.
Die Anlage sei im Rahmen des EKZ-Solar-Contractings entstanden – einem Modell, das Unternehmen den Einstieg in die Eigenstromproduktion erleichtern soll. Diese müssen dafür ihre Dachflächen zur Verfügung stellen, die EKZ wiederum finanzieren, bauen, betreiben und unterhalten die bestellten Anlagen.
Die EKZ sind eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts und gehören zu 100 Prozent dem Kanton. Als einer der grössten Energiedienstleister der Schweizer plant, baut und unterhält das Unternehmen ein über 17’000 Kilometer langes Stromnetz und versorgt rund eine Million Menschen mit Strom. (liz)
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