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Die Lage in der Welt ist angespannt, manchmal beängstigend. Doch zu Ostern kehrt einer zurück, der Trost spenden könnte: der freche kleine Kobold mit den roten Haaren. Pumuckl ist wieder da – gleich zweimal. RTL bringt neue herzerwärmende Geschichten, Prime Video eine umstrittene Show. Ein Kobold, zwei völlig unterschiedliche Welten.

Die Rückkehr in die Werkstatt

Am Ostersonntag, 5. April, ab 15.25 Uhr macht RTL den Tag zum Koboldstag. Sechs neue Folgen von „Neue Geschichten vom Pumuckl“ laufen nacheinander. Bei RTL+ sind sie bereits ab dem 26. März verfügbar. Marcus H. Rosenmüller inszeniert erneut die Abenteuer von Florian Eder (Florian Brückner) und seinem unsichtbaren Mitbewohner.

Eders selbst geschreinerter Schreibtisch verhält sich merkwürdig: Er knarzt und zwickt. Eine Verlobungsfeier droht beim Minigolf zu platzen. Der Schreiner begegnet seinem alten Schulpeiniger „Bomber Bernd“. Im Schlafanzug machen sich Florian und Freund Michi nachts auf die Jagd nach einem mysteriösen Heinzelmännchen. Das Chaos ist perfekt. „Das ist schönste Durcheinanderritis“, kommentiert der rothaarige Schelm.

Emotion pur – und Lebensweisheiten

Rosenmüller gelingt es erneut: Die Episoden wärmen das Herz. Die Zuschauer lachen, fiebern mit und dürfen auch mal schadenfroh sein. Das Finale rührt zu Tränen: Ein Unfall lässt den Wicht verschwinden. Verzweifelt macht sich der Schreiner auf die Suche.

Zwischendurch kommen wunderbare Lebensweisheiten. „Du musst das Leben nehmen wie die Schokolade, mal süß, mal klebrig, aber immer lecker“, sinniert der Kobold. Meister Eder wird nachdenklich: „Wenn’s Leben mag, dann erleben wir zwei noch ganz viele Geschichten.“ Die Antwort kommt prompt: „Ganz viele Geschichten zum ganz vielen Dichten“.

Berührend: Ein Mann macht sich Gedanken um einen Holzkobold, der nachts nicht allein bleiben soll. „Da ist er ja ganz allein!“, sagt er besorgt. Momente wie diese machen die Serie aus.

Die andere Seite: Chaos bei Prime Video

Völlig anders präsentiert sich „Schnick Schnack – Pumuckl treibt Schabernack“, ab 1. April bei Prime Video. Die Ankündigung: Pumuckl soll ins echte Leben eintauchen. Versteckte Kameras halten fest, wie Ahnungslose aufs Glatteis geführt werden. Gedacht für jene, die sich einfach nur ablenken wollen.

Doch was dort passiert, hat mit dem liebgewonnenen Kobold wenig zu tun. KI mischt die Stimmen von Hans Clarin und Michael Kessler – das Ergebnis klingt blechern, aufdringlich. In einer Szene schlecken drei Hunde Pumuckls ketchupverschmiertes Hemd ab – eine absurde Szene, die den Charakter verfälscht. Beim Original-Pumuckl würden sich die roten Haare sträuben. Wer den Kobold kennt, weiß: Hunde sind ihm nicht geheuer.

Bemühte Streiche und fragwürdige Opfer

Golfbälle werden vertauscht, Parkbesucher mit Grasschnitt beworfen, Spielzeugknöpfe gedrückt. Kuscheltiere schweben umher, ein Puppenkopf mit Helm saust kichernd im Minibagger herum. Die Gags erscheinen konstruiert.

Auffällig: Oft trifft es Frauen. Kreischend fliehen sie vor einem verkleideten T-Rex. Durch Schaumberge einer Waschanlage, in die sie gelockt wurden, bahnen sie sich den Weg, den Rock hochgerafft. „Oh ne, gut, dass ich keine Seidensachen anhabe“, ruft eine. Eine furzende Mumie im Museum lässt sie kichern – erkennbar inszeniert.

Der echte Pumuckl würde den Show-Machern wohl ordentlich Chaos bescheren – ihre Schlüssel wären nur der Anfang. „In Gedanken räume ich auf“, würde er dabei sagen – und meinen: Hier muss dringend aufgeräumt werden.