Vorwürfe gegen Orbán
Magyar sieht nach Recherche einen «Putsch gegen Ungarn»
24.03.2026 – 17:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Viktor Orbán: Oppositionspolitiker Magyar wirft seinem Lager einen Angriff auf die Tisza-Partei vor. (Quelle: Piroschka Van De Wouw/reuters)
Bei der ungarischen Parlamentswahl könnte Viktor Orbán abgewählt werden. Jetzt erhebt sein Konkurrent schwere Vorwürfe gegen den Ministerpräsidenten.
Péter Magyar, Vorsitzender der ungarischen Oppositionspartei Tisza, hat Viktor Orbán vorgeworfen, mit Hilfe der ungarischen Nachrichtendienste gegen seine Partei vorgegangen zu sein. Auf X schrieb Magyar am Dienstag, die durch einen investigativen Bericht der Nachrichtenseite «Direkt36» bekannt gewordenen Ergebnisse überschritten «jede Grenze». Er sprach von einem «versuchten Putsch gegen Ungarn» und kündigte an, eine mögliche künftige Regierung seiner Tisza-Partei werde politische Verantwortliche und Geheimdienstchefs juristisch zur Rechenschaft ziehen.
«Eine Welt, die auf Lügen aufgebaut war, ist zerbrochen. Ungarische Geheimdienste haben auf Anweisung von Viktor Orbán und seinem engsten Kreis gegen die Tisza-Partei gearbeitet, die einen Regierungswechsel vorbereitet», schrieb Magyar. Diese Angelegenheit, die er das «Orbán-Gate» nennt, erinnere an die dunkelsten Tage des Kommunismus und sei sogar schwerwiegender als der Watergate-Skandal, der seinerzeit den US-Präsidenten Richard Nixon zu Fall brachte.
Hintergrund sind Recherchen von «Direkt36» über einen Fall aus dem Juli 2025. Damals durchsuchten Ermittler der Cybercrime-Abteilung des Nationalen Ermittlungsbüros laut den Berichten die Wohnungen zweier IT-Spezialisten aus dem Umfeld der Tisza-Partei. Anlass war demnach eine anonyme Anzeige wegen des Verdachts auf Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Auf den beschlagnahmten Geräten fanden die Ermittler laut «Direkt36» jedoch keine Beweise für den Vorwurf.
Weiter heißt es in dem Bericht, ein Unbekannter mit dem Decknamen «Henry» habe versucht, einen der jungen Informatiker aus dem Tisza-Umfeld für seine Zwecke anzuwerben. Er soll ihn gedrängt haben, interne Informationen weiterzugeben und sich wieder Zugang zu Parteisystemen zu verschaffen. Im Gegenzug habe er Geld, Schutz und Unterstützung in Aussicht gestellt.
Aus den Chats, über die «Direkt36» berichtet, soll auch hervorgehen, dass das Ziel darin bestanden habe, die Kontrolle über Teile der Tisza-Infrastruktur zu gewinnen und diese vor der Parlamentswahl lahmzulegen. Belege dafür, wer hinter «Henry» stand, legte das Portal nicht vor.
