NeozoenAsiatische Hornisse auf dem Vormarsch: 337 Nester in der Region Basel gemeldet
In Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind im letzten Jahr 337 Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt worden. Ein Grossteil davon konnte entfernt werden, doch die Zahl der Funde steigt deutlich, wie die Behörden mitteilen.
In der Region Basel tauchen immer mehr Nester der Asiatischen Hornisse auf.
zVg/ Claude Flückiger
In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind im vergangenen Jahr insgesamt 337 Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt worden. 71 davon lagen in Basel-Stadt, 63 Nester konnten dort entfernt oder unschädlich gemacht werden, wie das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt mitteilt. Rund die Hälfte dieser behandelten Nester waren sogenannte Vornester.
Die invasive Hornissenart breitet sich in der Region weiter aus. 2025 wurden laut Medienmitteilung fast sechsmal so viele Nester gefunden wie im Jahr davor. Erste Sichtungen für 2026 gibt es bereits, da die überwinternden Königinnen mit steigenden Temperaturen wieder aktiv werden.
Viele Nester im Baselbiet – Einsätze werden priorisiert
Im Kanton Basel-Landschaft wurden mit 266 Nestern deutlich mehr Funde gemeldet als in Basel-Stadt. Damit entfällt der Grossteil der bekannten Nester auf das Baselbiet. Laut der Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Baselland steigt die Zahl der Funde stark an, teilweise um ein Mehrfaches im Vergleich zum Vorjahr.
Die Behörden gehen davon aus, dass nicht alle Nester entfernt werden können. Einsätze werden deshalb priorisiert, insbesondere bei Nestern in der Nähe von Schulen, Spielplätzen oder Wohngebieten. Dort besteht wegen des aggressiven Verteidigungsverhaltens ein erhöhtes Risiko für Stiche. Zudem könnte die Ausbreitung zunehmend auch Obst- und Weinbau betreffen, wie es in der Medienmitteilung heisst. Meldungen aus der Bevölkerung bleiben deshalb zentral, damit Nester möglichst früh erkannt und beurteilt werden können.
Hinweise der Bevölkerung zentral für die Bekämpfung
Die Tiere gelten als Bedrohung für Bienen und andere bestäubende Insekten. Das kann auch Folgen für Landwirtschaft und Imkerei haben. Besonders wirksam ist die Bekämpfung im Frühjahr, wenn die Nester noch klein sind und nur eine Königin enthalten.
Die Behörden versuchen bereits die Vornester der Asiatischen Hornissen zu entfernen.
zVg
Ein grosser Teil der Nester wurde durch Hinweise aus der Bevölkerung entdeckt. In bebauten Gebieten ist die Suche mit Technik oft nicht möglich, heisst es. Deshalb seien Meldungen weiterhin entscheidend. Verdächtige Nester sollen fotografiert und über eine nationale Plattform gemeldet werden.
Die Entfernung übernehmen ausschliesslich Fachleute. Die Hornissen verteidigen ihre Nester aggressiv, weshalb eigene Bekämpfungsversuche vermieden werden sollen. In einzelnen Fällen verzichten die Behörden auf eine Entfernung, etwa bei hohem Risiko oder grossem Aufwand. Von Fallen raten die zuständigen Stellen ab, da dabei auch andere Insekten gefangen werden, was laut Medienmitteilung zusätzliche ökologische Schäden verursachen kann. (ama)
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