Sieben Jahre lang war es still um Lara Croft. Statt neuer Inhalte speisten uns die Entwickler von „Tomb Raider” mit mehr oder weniger gelungenen Remaster-Versionen der ersten sechs Serienteile ab. 2026 kehrt die legendäre Videospielheldin nun endlich zurück. Mit „Legacy of Atlantis” erwartet uns eine komplett überarbeitete Neuinterpretation ihres allerersten Abenteuers. 2027 soll mit „Catalyst” dann ein völlig neues Kapitel der Reihe erscheinen.
Inhaltlich knüpft dieses am bislang chronologischen Ende an. „Catalyst” wird also ein direkter Nachfolger zu “Tomb Raider: Underworld”, dem letzten Titel der sogenannten Legend-Trilogie. Als das Spiel 2008 erschien, stand die Serie an einem Scheidepunkt. Nach dem missglückten „Angel of Darkness” hatte Entwickler Crystal Dynamics die Ikone Lara Croft mit „Legend” und „Anniversary” erfolgreich modernisiert – beinahe wiederbelebt.
Information
Für wen ist „Tomb Raider: Underworld“ geeignet?
Nicht jedes Spiel ist für jede Art von Spielerin oder Spieler gemacht. Wer hier genau richtig ist – und wer vielleicht besser was anderes spielt – zeigt dieser Überblick:
👍 Für alle, die …
lieber knifflige Rätsel als endlose Schießereien lösen
sich gerne in große, zusammenhängende Level vertiefen
Nostalgie lieben, aber moderne Hardware nutzen wollen
Laras Geschichte von „Underworld“ bis „Catalyst“ verfolgen wollen
ein entschleunigtes, atmosphärisches Abenteuer suchen
👎 Für alle, die …
sofort Action ohne Umwege erwarten
klare Zielmarkierungen und dauerhafte Hilfen gewohnt sind
sich von alter Grafik oder hakeliger Steuerung stören lassen
ungeduldig sind und wiederholte Sprungpassagen frustrieren
„Tomb Raider: Underworld” sollte damals den krönenden Abschluss bilden: technisch ambitioniert, erzählerisch persönlicher und spielerisch näher an den Wurzeln als je zuvor. Wir haben uns auf der Xbox Series S noch einmal mit unserer Heldin ins Abenteuer gestürzt – und das mit dem Wissen von fast zwei Jahrzehnten Spieleentwicklung im Gepäck.
„Tomb Raider: Underworld“: Ein Kind seiner Zeit
Schon die ersten Minuten machen klar: „Underworld” ist ein Kind seiner Zeit – im positiven wie im negativen Sinne. Lara bewegt sich geschmeidiger als in den frühen Serienteilen, klettert dynamisch an Vorsprüngen entlang und reagiert glaubwürdig auf ihre Umgebung. Gleichzeitig bleibt das Spiel seinem klassischen Kern treu: Große, in sich verschachtelte Areale, clevere Kletterpassagen und physikbasierte Rätsel stehen klar im Vordergrund.
Die Reise führt von den Ruinen im Mittelmeer über thailändische Tempelanlagen bis in eisige nordische Höhlen. Diese Schauplätze erzeugen auch heute noch eine eindrucksvolle Atmosphäre. Vor allem das Spiel mit Licht und Schatten sowie die detaillierten Umgebungen zeigen, wie ambitioniert „Underworld” seinerzeit war. Technisch gehörte der Titel damals zur Oberklasse.
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Inhaltlich führt „Underworld” die Ereignisse aus „Legend” konsequent fort. Lara ist weiterhin auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter, deren Schicksal eng mit der nordischen Mythologie verknüpft ist. Ihre Spur führt sie zu Relikten rund um Thor und das sagenumwobene Avalon. Dabei gerät Lara nicht nur an übernatürliche Kräfte, sondern auch an alte Bekannte – allen voran ihre frühere Verbündete Amanda.
Klassiker weckt Lust auf „Tomb Raider: Catalyst“
Wer moderne Action-Adventures gewohnt ist, wird sich umstellen müssen. „Tomb Raider: Underworld” nimmt sich Zeit. Kämpfe gegen Tiere oder Söldner gibt es zwar, doch der Fokus liegt klar auf Erkundung und Rätseln. Oft gilt es, Mechanismen zu verstehen, Plattformen zu verschieben oder physikalische Elemente clever einzusetzen. Diese Momente erzeugen ein befriedigendes Gefühl echter Entdeckung – etwas, das in heutigen, stärker geskripteten Blockbustern mitunter verloren geht.
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Allerdings zeigt sich hier auch die größte Schwäche des Spiels: Die Steuerung ist nicht immer so präzise, wie sie sein müsste. Manche Sprungpassagen geraten zur Geduldsprobe, weil die Kamera nicht ganz mitspielt. Später sind wir mit einem Motorrad unterwegs – diese Sequenzen wirken aus heutiger Sicht unnötig hakelig.
Narrativ schlägt „Underworld” ernstere Töne an. Die Geschichte um Laras Mutter, nordische Mythologie und Verrat im eigenen Umfeld verleiht der Heldin mehr Tiefe als in vielen früheren Abenteuern. Die Inszenierung bleibt vergleichsweise nüchtern, doch gerade das passt zur archäologischen Grundstimmung des Spiels. Lara ist hier weniger Action-Heldin, mehr Forscherin – selbstbewusst, aber nicht überzeichnet.
Reihe steht mal wieder vor einer Neuausrichtung
Rückblickend wirkt diese Darstellung wie eine Brücke zwischen der klassischen, nahezu unnahbaren Abenteurerin der 90er und der verletzlicheren Lara der späteren Reboot-Trilogie ab 2013. „Underworld” markiert damit einen spannenden Übergang innerhalb der Serienhistorie.
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Gerade im Hinblick auf die kommenden „Tomb Raider“-Projekte gewinnt der Titel eine neue Bedeutung. Die Reihe steht – mal wieder – vor einer Neuausrichtung, die klassische Tugenden mit moderner Technik verbinden soll. Vielleicht lohnt sich der Blick zurück also nicht nur aus Nostalgie, sondern als Erinnerung daran, was „Tomb Raider“ im Kern immer war: ein Abenteuer über das Entdecken.”
„Tomb Raider: Underworld“ ist im November 2008 für Xbox 360, PlayStation 2&3, PC, Nintendo Wii und Nintendo DS erschienen. Im Microsoft Store kostet es aktuell 20 Euro. Das Spiel ist ab 12 Jahren freigegeben.
Transparenzhinweis: Wir haben das Spiel auf einer Xbox Series S getestet und es selbst gekauft.