Öl-Insel Charg

Iran bereitet sich auf US-Bodenoperation vor

Aktualisiert am 26.03.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 2 Min.

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Die Insel Charg im Persischen Golf: Sie könnte das Ziel einer Bodenoperation sein. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Iran verstärkt seine Verteidigung auf Charg massiv, während die USA Luftlandetruppen in die Region ziehen. Eine Eskalation scheint näher zu rücken.

Der Iran hat seine Verteidigung auf der strategisch wichtigen Insel Charg nach Berichten mehrerer US-Medien in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Teheran habe zusätzliches Militärpersonal, Luftabwehrsysteme und Minen auf die Insel im Persischen Golf verlegt, berichtete CNN unter Berufung auf mit US-Geheimdienstinformationen vertraute Personen. Demnach bereitet sich die Führung auf die Möglichkeit einer amerikanischen Bodenoperation gegen die Insel vor.

Der Schritt fällt in eine Phase, in der US-Präsident Donald Trump offenbar wieder nach einer Verhandlungslösung mit dem Iran sucht. Allerdings hatte er bereits vor Kriegsbeginn auf Gespräche gesetzt, diese später für gescheitert erklärt und anschließend den Angriff befohlen. Eine weitere Eskalation erscheint demnach zumindest wahrscheinlich.

Zugleich wollen die USA erreichen, dass der Iran die teils blockierte Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt öffnet. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel.

Charg liegt zwar abseits der Straße von Hormus, ist für den Konflikt aber dennoch von zentraler Bedeutung. Die Insel liegt im nördlichen Persischen Golf, rund 30 Kilometer von der Südwestküste des Iran entfernt, und ist etwa 20 Quadratkilometer groß. Rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte laufen über die Insel. Damit ist Charg für Washington ein wichtiges Druckmittel gegen Teheran. Trump bezeichnete die Insel bereits als «Irans Kronjuwel».

Die USA haben Charg während des Krieges bereits angegriffen. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte nach Luftangriffen am 13. März, mehr als 90 militärische Ziele auf der Insel getroffen zu haben, darunter Lager für Seeminen, Raketenbunker und weitere militärische Anlagen. Trump erklärte anschließend, die Ölinfrastruktur sei bewusst verschont worden – «aus Gründen der Anständigkeit».