Gut informiert – und trotzdem gefährdet? Eine aktuelle Online-Befragung zeigt, dass sich viele Menschen mit Typ 2 Diabetes zwar ausreichend informiert fühlen, ihnen aber zentrales Wissen fehlt. [1] Besonders beim Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht eine große Lücke.1 Dabei sind Herzinfarkte und Schlaganfälle mit die häufigsten Folgen von Typ 2 Diabetes. [2,3]

Moderne Diabetesmedikamente wie GLP-1 Rezeptoragonisten (GLP-1 RA) wirken gleich dreifach: Sie können den Blutzucker senken, beim Abnehmen unterstützen und zusätzlich das Herz schützen. [4] Gerade weil Gewicht und HbA1c entscheidende Treiber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, ist diese Kombination medizinisch besonders relevant. [5,6]

Viele Patientinnen und Patienten unterschätzen ihr Herz-Kreislauf-Risiko

Menschen mit Typ 2 Diabetes überschätzen häufig ihr Wissen: 74 % der Befragten gaben in einer aktuellen Online-Umfrage an, ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko zu kennen – doch nur 52 % nannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen als typische Begleiterkrankungen bei Typ 2 Diabetes. [1]

„Beim Diabetes entwickeln sich gefährliche Folgeerkrankungen wie Atherosklerose oft schleichend und unbemerkt – oft sogar bevor der Diabetes entdeckt wird“, erklärt Prof. Dr. Stephan Jacob. „Weil Diabetes häufig mit Nervenschäden einhergeht, nehmen viele die typischen Warnsignale eines Herzinfarkts – etwa Brustschmerzen und Engegefühl – gar nicht wahr. Genau das macht die Situation so gefährlich.“

Warum das Herz besonders gefährdet ist

Der Zusammenhang zwischen Typ 2 Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eindeutig belegt: Menschen mit Typ 2 Diabetes haben im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Insgesamt ist ihr Risiko um etwa 60 % höher. Das Schlaganfallrisiko steigt um rund 54 %, das Risiko für einen Herzinfarkt sogar um etwa 73 %.
Besonders deutlich ist der Zusammenhang bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Hier ist das Risiko um rund 84 % erhöht.[3]

Ein wesentlicher Treiber sind neben dem erhöhten Blutdruck und den Fettstoffwechselstörungen die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte. Sie schädigen die Blutgefäße, fördern Entzündungsprozesse und begünstigen Ablagerungen an den Gefäßwänden – die Grundlage für Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. [2,7]

Auch Übergewicht spielt eine zentrale Rolle. Es gehört zu den häufigsten Risikofaktoren bei Typ 2 Diabetes und verstärkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zusätzlich. [6] Genau hier setzen GLP 1 RA an: Sie senken nicht nur den HbA1c, sondern unterstützen gleichzeitig beim Abnehmen und können das Herz entlasten. [4]

Herzgesundheit wird in Therapiegesprächen oft vernachlässigt

30 % der Befragten gaben zudem an, noch nie mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko gesprochen zu haben. Selbst bei den übrigen 70 % gehören konkrete vorbeugende Maßnahmen oft nicht zur individuellen Therapie. [1]

Mehr als ein Drittel (36 %) weiß nicht, dass moderne Diabetesmedikamente neben der Blutzuckerkontrolle auch Organe wie das Herz schützen können. [1]

Eine aktuelle Präferenzstudie zeigt außerdem: Patientinnen und Patienten bewerten kurzfristige Nebenwirkungen oft stärker als langfristige Risiken. Die Gefahr für Nervenschäden oder Übelkeit wird sehr viel höher bewertet, als die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall [8] – was dazu beitragen kann, dass bestimmte Therapien nicht umgesetzt werden. Eine entsprechende Aufklärung sowie Tipps zum Umgang mit kurzfristigen Nebenwirkungen wie Übelkeit kann dabei helfen, langfristig positive Therapie-Effekte zu erzielen.

GLP 1 RA: Mehr als Blutzucker- und Gewichtskontrolle

Obwohl einige GLP 1-basierte Medikamente in der Öffentlichkeit durch ihre gewichtsreduzierende Wirkung bekannt wurden, kennen nur 26 % der Befragten den Namen dieser Medikamentengruppe. [1]
GLP 1 RA ahmen ein körpereigenes Hormon nach, das beim Essen im Darm freigesetzt wird. Sie unterstützen den Stoffwechsel, helfen, den HbA1c – den zentralen Langzeitwert der Blutzuckerkontrolle – zu senken und können zusätzlich positive Effekte auf Organe wie das Herz haben. [4]

„Wichtig ist, dass Menschen mit Typ 2 Diabetes ihr erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kennen“, betont Prof. Dr. Stephan Jacob. „Nur so können sie verstehen, warum es nötig ist, auf breiter Front und multifaktoriell zu intervenieren, vor allem durch einen gesünderen Lebensstil, aber auch durch eine gefäßschützende medikamentöse Therapie, wie z. B. mit Inkretinmimetika.“

Fazit: Wer Typ 2 Diabetes hat, sollte sein Herz aktiv schützen – mit Wissen und einer modernen, individuell passenden Therapie.

Referenzen

1. The Lifesights Company GmbH in Kooperation mit Novo Nordisk: Online-Befragung von Menschen mit Typ 2 Diabetes (n = 150); 2026.
2. https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen.html Letzter Abruf: Februar 2026.
3. IDF Diabetes Atlas 2025. Verfügbar unter: https://diabetesatlas.org/media/uploads/sites/3/2025/04/IDF_Atlas_11th_Edition_2025.pdf Letzter Abruf: Februar 2026.
4. Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Version 3.0, AWMF-Register-Nr. nvl-001. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-001l_S3_Typ-2-Diabetes_2024-12.pdf Letzter Abruf: Februar 2026.
5. https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/diabetes Letzter Abruf: Februar 2026.
6. https://www.ddg.info/diabetes-zeitung/ddg-07/2025/adipositas-als-unabhaengiger-risikotreiber Letzter Abruf: Februar 2026.
7. https://www.mit-diabetes.de/diabetes/folgeerkrankungen-diabetes.html Letzter Abruf: Februar 2026.
8. Fischer AK et al. What is important in the treatment of type 2 diabetes? Results of a choice experiment (discrete choice experiment) on patient preferences in the decision in favour of a combination therapy. Monitor Versorgungsforschung (05/25), pp.65–72. http://doi.org/10.24945/MVF.05.25.1866-0533.2755