RTL SkyFoto: KI-generiert

Die EU-Entscheidung naht: RTL-Chef Thomas Rabe spricht über die Pläne für Sky Deutschland. Wieso ist der Pay-Sender für RTL so wichtig?

In rund zwei Wochen wird die EU-Kommission sich vermutlich erstmals äußern: Gibt es Einwände bei der geplanten Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group? Experten rechnen nicht mehr damit, RTL Deutschland selbst hoffte zuletzt in Statements, dass die Übernahme noch im zweiten Quartal abgeschlossen sein kann. Gegenüber Journalisten sprach RTL-Group-Chef Thomas Rabe nun nochmals über den anstehenden Deal.

Schon zuletzt hatte RTL immer wieder klar gemacht, dass das Streamingsegment sehr wichtig sei. RTL+ habe auch in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 Fortschritte erzielt. 250.000 weitere Abos seien hinzugekommen, verriet Rabe nun – Treiber des Geschäfts sei unter anderem auch das gemeinsame Bundle-Angebot mit dem neuen Streamingdienst HBO Max gewesen. 2026 soll (und muss) RTL+ nun profitabel werden, angestrebt werden acht Millionen aktive Abos – nachdem zuletzt schon die Sieben-Millionen-Marke geknackt wurde, scheint man diesbezüglich auf gutem Wege zu sein.

Marke Sky: Keine Abschaffung geplant

Sky habe um die fünf Millionen Kunden in Deutschland, sodass RTL+ und Sky zusammen auf rund zwölf Millionen Kundinnen und Kunden kämen. Rabe: „Damit sind wir von Netflix nicht mehr weit entfernt.“ Offiziell ist unklar, wie viele aktive Netflix-Abos es in Deutschland gibt, Rabe nannte 15 Millionen als grobe Zahl.

Spekulationen, dass RTL sich Sky schnell einverleiben wolle und dann die mit übernommenen Marken alsbald abschaffen werde, widersprach der Group-Boss gegenüber der „FAZ“ übrigens. „Wir wären töricht, wenn wir auf diese Marke verzichten würden.“ Schon zuvor hatte RTL mitgeteilt, dass die Marke Sky für das weitere Geschäft wichtig sei. Die Nutzungsrechte kauft der Kölner TV-Sender gleich mit.

Synergien und Standorte: München bleibt wohl

Das RTL-Kalkül: Ab dem dritten Jahr würden sich durch die Sky-Übernahme Synergieeffekte von etwa 250 Millionen Euro (jedes Jahr) ergeben. Wahrscheinlich ist, dass Doppelstrukturen abgebaut werden, der Sendersitz von Sky Deutschland soll allerdings – so hieß es im Sommer 2025 – in München verbleiben.

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