Kurzfassung des Artikels:
* Der Föhrer Fotograf Benjamin Lehmann verbrachte von Mitte Februar bis Mitte März vier Wochen in Indien.
* Er war beeindruckt von der Gastfreundschaft der Menschen, sah aber auch den extremen Unterschied zwischen Arm und Reich.
* In Varanasi zog sich Lehmann eine Lebensmittelvergiftung zu und erlebte eine extrem schlechte Luftqualität.
* Beim traditionellen Holi-Fest wurde der blonde und große Deutsche aufgrund seines Aussehens ein bevorzugtes Ziel für Farbwürfe.
* Trotz dieser Erlebnisse plant er eine erneute Reise nach Indien und fliegt demnächst nach Mexiko.
Mehr lesen
größer alsGrößer als Zeichen
Reisen bildet. Das hat sinngemäß Dichterfürst Goethe bereits gewusst. Während Johann Wolfgang aus Frankfurt aber damit seine Reise nach Italien meinte, hat es den Föhrer Fotografen Benjamin Lehmann ein ganzes Stück weiter weg verschlagen. Von Mitte Februar bis Mitte März hielt sich der 20-Jährige vier Wochen in Indien auf, bereiste Großstädte wie Mumbai und Delhi, aber auch ländliche Regionen.
Bitte lesen Sie auch: 50.000 Hampelmänner? Kindergarten auf Föhr will es wissen
„Einer meiner Lieblingsfotografen, Steve McCurry, war mit 19 in Indien. Und so bin ich auf die Idee gekommen“, sagt Benjamin Lehmann, der im vergangenen Jahr sein Abitur an der Eilun Feer Skuul gemacht hat. Ein echtes Abenteuer, was Lehmann dort anging. Das begann schon bei den zahlreichen Impfungen, die der junge Fotograf vor der Reise über sich ergehen lassen musste. „Von Tollwut bis Typhus habe ich mich vorher impfen lassen“, sagt der Föhrer, der auch als Fotograf für unsere Redaktion tätig ist.
Auch Ziegenhirten im Himalaya-Gebirge stellten sich bereitwillig vor die Kamera von Benjamin Lehmann.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Nicht nur geschätzt 2000 Bilder, sondern auch immer noch einen leichten Husten, hat er aus seinem Indien-Abenteuer zurück auf die Insel gebracht. Und natürlich viele, viele Impressionen und Erinnerungen aus einem sehr fremden Land. „Was mir sehr im Gedächtnis geblieben ist, ist der extreme Unterschied zwischen Arm und Reich. So setzen zum Beispiel arme junge Frauen ihre Kleinkinder, die sie dann auf dem Arm haben, unter Drogen. Damit die Kinder ruhig bleiben“, berichtet Lehmann.
Großstädtisches Treiben in dem 1,4-Milliarden-Einwohner-Land. Straßenhändler in Mumbai.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Auf der anderen Seite habe ihn die unfassbare Freundlichkeit der Menschen auf dem Subkontinent beeindruckt. „Mir haben einmal sechs Leute auf dem Bahnhof geholfen, das richtige Gleis zu finden“, schmunzelt der Wyker. Auch hätten es die Leute völlig in Ordnung gefunden, wenn sie fotografiert worden seien. Darüber hinaus musste auch Benjamin Lehmann mit vielen Einheimischen für Selfies mit auf das Foto. „Ich bin blond, groß und weiß. Da fällt man schon auf“, lacht Lehmann.
Beliebtes Ziel beim Holi-Fest: Benjamin Lehmann mit einem Einheimischen.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Beliebtes Ziel für Farbwürfe beim Holi-Fest
Eine Folge dieser Auffälligkeit war dann auch, dass der gut 1,90 Meter große Deutsche das bevorzugte Ziel bei einem der Holi-Feste wurde. Bei dem traditionellen Frühlingsfest bewerfen und beschmieren sich die Menschen in Indien mit bunten Farben. Das Fest feiert den Sieg des Guten über das Böse. „Vor allem ich bin bei dem Fest mit Farbe beschmiert und beworfen worden“, erinnert sich Benjamin Lehmann. Da habe nur geholfen, Augen und Mund zuzuhalten. „Und dann hat man auf einmal fremde Finger im Mund“, erinnert sich der junge Fotograf mit einem leichten Grausen.
Die berühmten heiligen Kühe gibt es auch auf den Straßen von Mumbai.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Lebensmittelvergiftung in Varanasi
Lag es daran oder lag es am ungewohnten Essen? In Varanasi, der spirituellen Hauptstadt Indiens, erwischte es den jungen Föhrer. Er zog sich eine Lebensmittelvergiftung zu. „Ich lag bei 30 Grad unter drei Decken auf meinem nicht klimatisierten Hotelzimmer und habe immer noch gefroren“, erinnert sich Benjamin Lehmann. Nach einigen Tagen sei es dann aber wieder besser geworden. Allerdings sei die Luft in Varanasi, vermutlich aufgrund der vielen Leichen, die dort verbrannt werden und deren Asche dann in den Ganges geworfen wird, extrem schlecht gewesen.
Nur ein Tag unter 30 Grad. Indien ist ein heißes Land.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
„Der Luftverschmutzungsindex dort lag bei 270. Das ist kurz vor gefährlich“, sagt Lehmann. Kein Wunder, dass die Inder beim Einsatz von Medikamenten ziemlich entspannt sind. „In einer Apotheke wollte ich Hustenbonbons oder Halsschmerztabletten. Bekommen habe ich ein Breitbandantibiotikum“, schmunzelt Lehmann. Auch in den dortigen Ohrentropfen befänden sich zusätzliche Wirkstoffe gegen Parasiten und Pilzerkrankungen, so der Fotograf.
Viele Kontakte über Goethe-Institute
Seine Reisen legte Lehmann zumeist mit dem Zug zurück. Nur einmal sei er geflogen. „Eine Elf-Stunden-Fahrt bekommt man in Indien für umgerechnet 15 Euro. Und ich habe dreimal Essen bekommen“, sagt er. Um noch einmal auf den alten Goethe zurückzukommen: Auch die Goethe-Institute besuchte Lehmann in Indien. „Die Institute haben geholfen, Kontakte zu knüpfen“, erinnert er sich. Überhaupt seien Deutschland und die deutsche Sprache hoch angesehen in dem Land.
Am Fuß des Himalaya-Gebirges: die Stadt Rishikesh.
Foto: Privat/Lehmann
Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize
SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert
Wird er nach all den Erfahrungen wieder nach Indien reisen? „Ich werde wieder nach Indien fahren“, sagt Lehmann bestimmt. Seine Bilder möchte er am liebsten in einer Ausstellung oder in einer Reisezeitschrift präsentieren. Und nach der Reise ist vor der Reise. Am 1. April geht es für den jungen Neu-Globetrotter nach Mexiko. „Auf die Halbinsel Yucatán. Das ist eine der sichersten Ecken Mexikos“, lacht er.