Neue Google-Technik drückt Speicher-Aktien weltweit.

Neue Google-Technik drückt Speicher-Aktien weltweit.

picture alliance / Sipa USA | Jonathan Raa

Google präsentiert die Kompressionsmethode TurboQuant, die den KI-Speicherbedarf drastisch senkt.
Aktien führender Speicherchip-Hersteller fallen, während TurboQuant die Effizienz von KI-Anwendungen steigern könnte.
Analysten bewerten die Ankündigung unterschiedlich; einige befürchten steigenden Speicherverbrauch durch höhere Effizienz.

Google hat die Kompressionsmethode TurboQuant vorgestellt, die den KI-Speicherbedarf um den Faktor sechs senken soll. Die Aktien führender Speicherchip-Hersteller gaben daraufhin nach.

Wie „Börse-Online“ berichtet, zielt die neue Methode auf den sogenannten Key-Value-Cache ab – einen zentralen Engpass bei der Verarbeitung von sogenannten Large Language Models. Durch die Reduktion des benötigten Arbeitsspeichers könnte TurboQuant die Wirtschaftlichkeit von KI-Anwendungen verändern.

Google setzt gemeinsam mit Broadcom schon länger auf sogenannte Inference-Chips. Im Unterschied zu den kostspieligen Nvidia-Systemen decken sie nicht die gesamte Bandbreite an Rechenleistung ab, sondern sind speziell für den Einsatz bereits trainierter KI-Modelle optimiert.

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Chip-Aktien brechen nach Google-Ankündigung ein

In Korea fielen die Aktien von SK Hynix und Samsung um bis zu sechs Prozent. Die beiden Konzerne gehören zu den weltweit führenden Herstellern von Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen.

Auch in den USA reagierten die Aktienmärkte. Sandisk verlor im vorbörslichen Handel vier Prozent. Die Papiere von Micron, Western Digital und Seagate gaben jeweils rund zwei Prozent nach.

Die Kursverluste folgen auf starke Zuwächse im vergangenen Jahr. Samsung-Aktien legten knapp 200 Prozent zu. Micron und SK Hynix schossen sogar um mehr als 300 Prozent nach oben.

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TurboQuant „evolutionär, nicht revolutionär“

Für Marktstratege Ben Barringer von Quilter Cheviot hat Googles Ankündigung keinen großen Einfluss auf die langfristige Nachfrageentwicklung. Er bezeichnet gegenüber „CNBC“ TurboQuant als „evolutionär, nicht revolutionär“.

Ray Wang vom Analystenhaus SemiAnalysis sieht mögliche gegenteilige Effekte. Höhere Effizienz könne die Nutzung von KI-Hardware intensivieren und letztlich den absoluten Speicherverbrauch steigern, argumentiert der Experte.

Noch ist offen, welche der beiden Einschätzungen sich durchsetzen wird. Dafür ist bislang zu wenig darüber bekannt, wie sich TurboQuant in der Praxis tatsächlich auswirkt. Erfahrungen aus früheren KI-Trades zeigen jedoch, dass ein einmal eingesetzter Kursrutsch oft mehrere Tage anhalten kann.

jk