Vergangenes Jahr wurden keine grossen Neubauprojekte abgeschlossen.
Bild: Dlovan Shaheri
Einige wenige besitzen Wohnraum, doch die meisten Baslerinnen und Basler mieten ihr trautes Heim. Und für die Mietenden gibt es zu wenig, zu teuren oder nur zu abgelegenen Wohnraum. So lautet ihre Kritik.
Am Donnerstagmorgen hat der Kanton Basel-Stadt in einer Mitteilung eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen: 2025 kamen 540 zusätzliche Wohnungen auf den Markt.
In Gundeldingen und Riehen wurde fleissig gebaut
263 Wohnungen wurden im Kanton Basel-Stadt neu gebaut. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um mehr als 100 Einheiten, heisst es in der Mitteilung. Im langjährigen Vergleich ist die letztjährige Neubautätigkeit unterdurchschnittlich. Nur 2024 wurden noch weniger Wohnungen neu gebaut. Der 10-Jahres-Durchschnitt liegt laut Grafik bei 600 Einheiten pro Jahr.
Dies liege an den «Schwankungen», denn nicht jedes Jahr würden «gleich grosse Neubauprojekte abgeschlossen», schreibt das Präsidialdepartement. Die beiden grössten Neubauprojekte im vergangenen Jahr wurden in Gundeldingen und Riehen realisiert. Dabei entstanden laut Regierung 103 Wohnungen.
Was das Präsidialdepartement ebenfalls mitteilt: 2025 entstand in Basel mehr «neuer» Wohnraum durch Umbauten als durch Neubauten. Ganze 384 davon, wenn man die Statistik des Kantons konsultiert. Laut der Mitteilung konnte die Mehrheit davon durch Umwandlung von Büroräumen (144 Einheiten) geschaffen werden. Im Gundeli wurde laut Kanton ein Hotelgebäude zu einem Mehrfamilienhaus mit rund 50 Wohnungen umgebaut.
Andere Wohnungen wurden «durch Dachausbauten und neue Raumaufteilungen» realisiert, heisst es in der Mitteilung. Und somit liegt die «Umbaubilanz» über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 200 Wohnungen.
«73 Wohnungen sind verloren gegangen»
Gleichzeitig verliert der Kanton durch Umbauten auch Wohnungen, etwa durch Zusammenlegung, Wohnungsaufteilungen oder Zweckentfremdungen. 73 Wohnungen sind davon betroffen, oder wie es das Präsidialdepartement beschreibt: «73 Wohnungen sind verloren gegangen», und belässt Basel-Stadt mit einem definitiven «Umbausaldo» von 311 Wohnungen.
Man verliert, man gewinnt: 2025 wurden laut Kanton «rund 190 Neubauwohnungen bewilligt». Zudem befanden sich Ende Jahr knapp 1200 neue Wohnungen im Bau. Und schreibt: «Mittelfristig ist also eine höhere Neubauproduktion zu erwarten.» Die meisten Wohnungen sollen im Wohnviertel St. Johann entstehen.
«Die Bevölkerung ist also etwas enger zusammengerückt.»
Zudem heisst es im «Kommentar der Kantons- und Stadtentwicklung zum Wohnungsbau 2025», dass in Basel «wieder leicht mehr Wohnungen entstehen». Und bleibt trotzdem kritisch: «Dennoch hält das Wohnungsangebot nicht ganz Schritt mit dem Bevölkerungswachstum.» Da die 540 Wohnungen nicht für die 3000 Personen mehr pro Jahr reichen würden, sei der Wohnflächenverbrauch pro Kopf im Kanton geschrumpft. Laut Schreiben bedeutet das: «Die Bevölkerung ist also etwas enger zusammengerückt.»
Der Wohnungszuwachs liege weiterhin unter dem Höchstniveau von 2018 bis 2023, schreibt die Stadtentwicklung. Dies sei damit zu erklären, dass in den vergangenen beiden Jahren keine wesentlichen Bauetappen auf Arealentwicklungen abgeschlossen wurden. Doch die Stadtentwicklung zeigt sich «positiv»: Einige Grossprojekte sollten in den nächsten Jahren final umgesetzt werden. Und das grösste Potenzial für die Schaffung von Wohnraum liege weiterhin auf den Transformationsarealen, namentlich Klybeckplus.