Gemälde zeigen Landschaften mit Spuren menschlicher Zivilisation

Immer wieder zog es Altenkirch mit Ölfarben und Staffelei in die Natur. Er arbeitete im unmittelbaren Eindruck der Landschaft. Allerdings zeigte er nicht die hohen Berge oder die tiefen Täler, wie etwa der Künstler Ludwig Richter, präzisiert Johannes Schmidt. Altenkirch habe stattdessen die alltägliche Landschaft aus der Stadtumgebung ins Bild gesetzt.

Auch aus pragmatischen Gründen: «Wenn man Alla Prima und Plein Air malen möchte, also diese Leinwände tatsächlich vor Ort schleppen muss, dann muss man das auch logistisch organisieren», sagt Schmidt, während er auf ein großformatiges Gemälde an der Ausstellungswand weist: «Sowas lässt sich ja nicht irgendwo auf dem Rücken auf den Berggipfel tragen.»

Immer sind es Landschaften, in denen der Mensch Spuren hinterlassen hat. Etwa die karge Heidelandschaft im Dresdner Norden, die Flussläufe von Elster und Freiberger Mulde in Ziesar und Siebenlehn. «Da ist schon mal hier und da eine Straße, Brücken, Mühlen», zählt Johannes Schmidt auf.

«In Ziesar ging es ihm eher um die Dörfer, wie die in der flachen Landschaft stehen. Hoher Himmel – solche Eindrücke waren ihm wichtig. Und eben vor allen Dingen die Veränderung darin», so Schmidt. Das wechselnde Wetter, die Jahreszeiten, verschiedene Lichtstimmungen oder Wolkenformationen spielen auf den Gemälden Otto Altenkirchs deshalb die eigentliche Hauptrolle.

Städtische Galerie möchte Altenkirch Platz in Kunstgeschichte zurückgeben

Alla prima, das heißt, statt wie die Maler vorangegangener Epochen in dünnen Schichten übereinander, brachte er seine Farben direkt aus der Tube oder von der Palette auf den Malgrund. Altenkirch nahm statt eines Pinsels auch gleich mal einen Spachtel oder kratzte mit dem Pinselstiel in die feuchte Farbe. Seine Landschaften haben dadurch etwas Frisches, Zeitloses, und in seinen besten Werken kann er durchaus neben Max Liebermann oder Robert Sterl bestehen.

Mit der Ausstellung möchte die Städtische Galerie das künstlerische Können von Otto Altenkirch wieder stärker ins Bewusstsein rücken. «Der Direktor der Berlinischen Galerie hat mal gesagt, jemanden wieder in die Überlieferung zu bringen ist, wie rückwärts in die Einbahnstraße einparken: ein schwieriges Unterfangen», kommentiert der Direktor der Städtischen Galerie, Gispert Porstmann, das Bestreben der Galerie.

Wir wollen Altenkirch an den Platz in der Kunstgeschichte bringen, den er sich verdient hat.

Gispert Porstmann
Direktor der Städtischen Galerie Dresden

Dennoch: Man wolle Altenkirch an den Platz in der Kunstgeschichte bringen, den er sich verdient habe, erklärt Porstmann. Altenkirch blieb seinem Stil und seinen Motiven bis an sein Lebensende treu. Weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg fanden Eingang in seine Bildwelt. Auch Stillleben oder Porträts malte er nicht. Die Ausstellung in Dresden zeigt, dass gerade in der Reduktion auf wenige Motive und Mittel die künstlerische Stärke Altenkirchs lag.