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Basel – Er war der unumstrittene Mann des Abends beim 4:3 Sieg der Nationalelf in der Schweiz mit erst 2 Vorlagen und dann 2 Traumtoren – deshalb wurde Florian Wirtz (22) natürlich auch vom Bundestrainer gefeiert. Julian Nagelsmann (38): „Lothar Matthäus hat Wirtz grad eine 1 Plus mit Sternchen gegeben, wer würde dem Lothar widersprechen wollen? Ich nicht. Wenn er sich das beibehält, dann wird er über ganz, ganz lange Zeit ganz oben stehen, weil er einfach unfassbar gut ist.“
Woher kommt dieser verwandelte Wirtz, der im Herbst noch in der Krise steckte, weil es nach seinem Wechsel nach Liverpool überhaupt nicht zu funktionieren schien? Nagelsmann auf BILD-Nachfrage: „Ich glaube, das ist ganz normal, dass so Situationen junge Menschen auch beschäftigen. Er ist ein Mensch, der Gefühle hat, der mit der Situation erstmal klarkommen muss, der es so auch nicht kannte, dass er Gegenwind kriegt.“
Für den Bundestrainer war die Kritik in England auch überzogen: „In meinen Augen, vor allem in der Schärfe, war das in Wirklichkeit nie berechtigt. Er hat trotzdem eine super Quote gehabt, was Torschussvorlagen angeht. Wurde dann aber leider auch dafür verantwortlich gemacht, dass ein anderer die Chancen nicht reingemacht hat.“
Nagelsmann: Durch Krise engeres Verhältnis mit Wirtz
Das Gute: Nagelsmann und Wirtz fanden durch die Krise einen besonderen Draht: „In der Phase haben wir tatsächlich auch nochmal sehr viel enger zueinander gefunden, weil wir viele gute Gespräche hatten und er sich extrem geöffnet hat. Er ist ein intelligenter, total offener Typ, da kommt in so einem Gespräch viel zurück.“
Und die harte Zeit in Liverpool ist für Nagelsmann auch der Hauptgrund für den neuen Wirtz: „Man kann natürlich da sehr viel rausziehen und wird daraus stärker sein als jemals zuvor, weil es auch zu einer Persönlichkeitsentwicklung dazugehört, dass es nicht immer nur in die eine Richtung geht.“
Wirtz selbst machte nach dem Mega-Spiel eine mutige Ansage: für die WM im Sommer: „Ich glaube, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Auch das Team ums Team herum mit dem Trainer, es passt alles sehr gut zusammen. Deswegen sind wir auch eine große Nation, die sich eigentlich vor keinem klein machen muss. Wir versuchen natürlich, in jedes Spiel als Favorit zu gehen. Aber das ist auch noch ein kleiner Weg, der vor uns liegt, dass wir uns da das Selbstvertrauen holen. Im Endeffekt ist es eigentlich auch egal, ob du Favorit bist oder nicht, wenn du ins Finale kommst.“
Mit einem Wirtz in dieser Form kann der Weltmeister-Traum klappen…