Cupra spendiert dem Tavascan ein Update. An der Optik des rein elektrischen Coupé-SUV ändert sich nichts, aber es gibt eine neue Motorvariante, einen verbesserten Innenraum sowie neue Technik. Die Produktion des überarbeiteten Cupra Tavascan läuft in den kommenden Wochen an, die Auslieferung beginnt nach der Sommerpause, also wohl im September.
Die neue Basisversion ist von den MEB-Schwestermodellen Cupra Born, Ford Explorer/Capri sowie Skoda Elroq/Enyaq bekannt. Sie bietet einen 140-kW-Heckantrieb und eine 58-kWh-Batterie, aller Wahrscheinlichkeit nach wie bei den Plattformgeschwistern mit LFP-Chemie. Der Tavascan schafft damit rund 435 Kilometer nach WLTP-Norm. Aufgeladen wird in etwa 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Die 140-kW-Variante kommt zu den bisherigen Versionen Endurance mit 210-kW-Heckantrieb und VZ mit 250-kW-Allradsystem hinzu, die beide mit der altbekannten 77-kWh-Batterie daherkommen. Da die neue Version bisher weder im Konfigurator noch in der Preisliste erscheint, sind die technischen Daten nur teilweise bekannt, aber die Palette sieht nun folgendermaßen aus:
Cupra Tavascan
Cupra Tavascan Endurance
Cupra Tavascan
VZ
Antrieb
RWD 140 kW
RWD 210 kW, 545 Nm
AWD 250 kW, «545 Nm»
0-100 km/h / Vmax
k.A.
6,8 Sek. / 180 km/h
5,5 Sek. / 180 km/h
WLTP-Stromverbrauch
k.A.
15,9–17,7 kWh/100 km
17,1–18,5 kWh/100 km
Akku netto
58 kWh (LFP)
77 kWh
77 kWh
WLTP-Reichweite
ca. 435 km
498–553 km
477–513 km
Ladeleistung AC / DC
k.A.
11 / 135 kW
11 / 135 kW
DC-Ladedauer 10–80 %
ca. 26 min
28 min
28 min
DC-Ladegeschwindigkeit
ca. 1,6 kWh/min
1,9 kWh/min
1,9 kWh/min
Reichweite-Nachladen
ca. 11,7 km/min
bis 14,2 km/min
bis 13,0 km/min
Preis
k.A.
bisher 53.340 Euro
bisher 57.910 Euro
Die hinzugekommene Version bietet deutlich weniger Reichweite als die etablierten Varianten, auch die Ladegeschwindigkeit ist geringer. Reichweiten und Verbräuche sowie die Preise der bekannten Versionen haben sich gegenüber unserer Übersicht vom Februar 2025 nur wenig verändert. Für die Versionen mit 77-kWh-Akku ist unverändert eine Launch Control erhältlich – vermutlich wie bisher optional beim Endurance und serienmäßig beim VZ. Künftig bietet der Cupra Tavascan zudem die Möglichkeit zum One-Pedal-Driving.
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Das neue Cockpit im Tavascan 2026
Bild von: Cupra
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Altes Cockpit mit kleinem Instrumentendisplay im Tavascan VZ (2024)
Bild von: InsideEVs
Im Innenraum gibt es Änderungen analog zum Born. So wächst das Instrumentendisplay von 5,3 auf 10,25 Zoll, es gibt ein neues Lenkrad mit physischen Tasten statt der oft kritisierten Touch-Flächen und das Betriebssystem basiert nun auf Android Automotive. Der integrierte App-Store soll eine Vielzahl von Apps anbieten.
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Neue physische Tasten am Lenkrad
Bilder von: Cupra
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Nervig: Drei statt vier Tasten für die Fensterheber
Bilder von: Cupra
Den Bildern nach müssen die Fensterheber aber nach wie vor mit zwei Tasten und einem Umschalter bedient werden, während es beim Born Facelift nun vier Tasten sind. Dafür bietet der Tavascan elektronisch gesteuerte Luftausströmer, die sich automatisch an die Fahrsituation anpassen und schon vor dem Einsteigen aktiviert werden. Sobald man sich mit dem Schlüssel in der Tasche nähert, sorgt das System für eine Vorbelüftung und passt die Luftströmung entsprechend dem Sonnenstand an; für zusätzlichen Komfort lässt sich das System per Sprachbefehl steuern.
Wie beim Born wird außerdem ein Digital Key eingeführt. Damit kann der Tavascan per Smartphone entriegelt und gestartet werden; zudem kann man bis zu vier anderen Personen den Zugang ermöglichen. Zusätzliche Funktionen wie «Open on Approach» und «Walk Away Lock» sollen für mehr Komfort sorgen. Alternativ zum Handy kann man eine «Smartcard» nutzen. Analog zum Born bietet auch der Tavascan künftig eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Damit kann man Laptops, E-Bikes etc. mit Strom aus der Antriebsbatterie versorgen.
Das optionale Soundsystem von Sennheiser wurde verbessert; es soll nun besonders druckvolle Tieftöne erzeugen können. Außerdem wird die Farbpalette um Midnight Black erweitert, ein tiefes Schwarz mit Metallic-Effekt, das in der Sonne leicht funkeln soll. Die Preise für die neuen Versionen sind noch nicht bekannt.
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Quelle: Cupra
Unter dem Strich
Der MEB-Baukasten wird um einen 140-kW-Heckantrieb mit einer 58 kWh großen LFP-Batterie erweitert. Diese Version wird nun offenbar schrittweise in allen Modellen der Plattform eingeführt. Ford hat es mit seinen MEB-Modellen Explorer und Capri vorgemacht, nun folgen der Reihe nach die anderen Fahrzeuge. Beim Cupra Tavascan werden auch Innenraum und Ausstattung aufgewertet, wobei die Änderungen ähnlich ausfallen wie beim Born. Warum Cupra hier unverändert die Umschaltung zwischen den vorderen und hinteren Fensterhebern verwendet, wissen wir nicht. Beim Born wurde dieser nervige Missstand bereits abgestellt.