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Los Angeles – Was als lockerer Gag begann, endet vor Gericht – und mitten auf der Bühne! Der simbabwische Stand-up-Comedian Learnmore Jonasi (32) wird vom „König der Löwen“-Sänger Lebo M (61, bürgerlich: Lebohang Morake) auf satte 27 Millionen Dollar verklagt. Der Vorwurf: Verleumdung. Der Auslöser: ein Witz über eine der berühmtesten Zeilen der Filmgeschichte.

Im Podcast „One54 Africa“ hatte Jonasi behauptet, der ikonische Zulu-Gesang „Nants’ingonyama bagithi Baba“ bedeute übersetzt schlicht: „Schau, da ist ein Löwe. Oh mein Gott.“ Ein Kalauer – doch einer mit Folgen. Denn laut offizieller Disney-Übersetzung heißt es pathetisch: „Heil dem König, wir verneigen uns in Gegenwart des Königs.“

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Sänger Lebo M., der den Gesang weltberühmt machte, empfindet Jonasis Version nun als rufschädigend. In der Klageschrift wird dem Comedian „rücksichtslose Missachtung der Wahrheit“ vorgeworfen; sein Spott habe den Wert des Songs geschmälert und sogar Einnahmen gefährdet.

Doch Jonasi wäre kein Comedian, wenn er daraus nicht sofort neues Material machen würde. Als ihm die Klage ausgerechnet während eines Auftritts in der legendären Laugh Factory in Los Angeles zugestellt wurde, hielt er inne – und spielte weiter. „Das hat die Show sogar besser gemacht“, sagt er. Das Publikum habe zunächst an einen Gag geglaubt, dann gemerkt: Das ist echt. Die Energie im Raum sei explodiert.

Lebo M., hier bei einer „König der Löwen“-Premiere in Johannesburg, kann nicht drüber lachen, wenn man seinen Song auf den Arm nimmt.

Lebo M., hier bei einer „König der Löwen“-Premiere in Johannesburg, kann nicht drüber lachen, wenn man seinen Song auf den Arm nimmt.

Foto: AP

Für Jonasi ist die Klage selbst absurd. Sein Argument: Der Witz habe dem Song eher neue Aufmerksamkeit beschert als geschadet. Tatsächlich kursieren inzwischen zahllose Clips im Netz, in denen Menschen den Spruch nachstellen – oft mit Hunden statt Löwen. Gleichzeitig kämpft der Comedian nun auch finanziell: Über eine Spendenkampagne und den Verkauf von T-Shirts („Look, it’s a lawsuit. Oh my God“) sammelt er Geld für seine Verteidigung. Laut der „New York Post“ hatte Jonasi bis Freitag bereits mehr als 17.000 Dollar eingesammelt.

„Ich wollte niemandem schaden“, schreibt Jonasi an seine Fans. „Jetzt muss ich mein Recht verteidigen, Witze zu erzählen.“ Am Ende entscheidet jetzt aber offenbar ein Gericht, was als Witz durchgeht – und was 27 Millionen Dollar kostet.