Für die Zeit außerhalb dieser kurzen Magnetschweifpassage nahm man an, dass der Mond der kosmischen Strahlung ungeschützt ausgesetzt ist.

Schutzeffekt auch außerhalb des Magnetschweifs

Doch das ist nicht der Fall: Es gibt noch ein weiteres Zeitfenster mit geringerer Strahlungsbelastung auf dem Mond, wie nun ein internationales Team um Wensai Shang von der Shandong Universität in China herausgefunden hat. Für ihre Stude hatten sie Messdaten der chinesischen Mondlandesonde Chang’e 4 ausgewertet, die die auf den Mond treffenden Teilchenströme über drei Jahre hinweg aufgezeichnet hatte.
SChutzzoneEine Zone verringerter Teilchenströme (Cavity) schirmt den Mond auf einem Teil seiner Umlaufbahn ab.© Shang et al./ Science Advances, CC-by 4.0

Die Auswertungen zeigten: Das Magnetfeld der Erde wirkt auch dann noch als Barriere, wenn der Mond den Magnetschweif verlassen hat. Es schützt dem Mond vor einem Teil des Sonnenwinds. Dieser abschirmende Effekt erzeugt eine Zone verringerter Teilchenströme zwischen Erde und Mond. Dadurch reduziert sich der für uns Menschen besonders gefährliche niederenergetische Teil der kosmischen Strahlung auf der Mondoberfläche um rund 20 Prozent.

Zwischen abnehmendem Mond und Neumond

Dieser Abschirmeffekt hält einige Tage an, das Zeitfenster beginnt bei von der Erde aus gesehen abnehmendem Mond und reicht bis kurz vor Neumond. Mond-Astronauten hätten demnach auch einige zusätzliche Tage auf der Mondoberfläche zur Verfügung, in denen sie weniger starker Strahlung ausgesetzt sind.

„Damit liefert unser Ergebnis eine mögliche Strategie für die Missionsplanung künftiger bemannter Mondmissionen und extravehikulärer Aktivtäten“, erklären Shang und sein Team. „Solche Missionen und Ausflüge könnte dann so geplant werden, dass sie mit den Periodengeringerer Strahlungsbelastung zusammenfallen.“ Erkundungsfahrten mit Mondrovern oder Mondspaziergänge sollten demnach besser vor Neumond erfolgen. (Science Advances, 2026; doi: 10.1126/sciadv.adv1908)

Quelle: Science Advances, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel







30. März 2026

– Nadja Podbregar