2. Die Munitionsbestände der USA schwinden
Wenn es nach Trump geht, müssten die USA den Krieg gegen den Iran möglichst schnell gewinnen. Unter anderem auch, damit die USA einen Munitionsmangel abwenden können. Dass dieser Mangel für die USA bereits droht, zeigt ein Bericht des US-Mediums «Washington Post» unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Demnach prüft das Pentagon derzeit, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran einige der wichtigsten Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre. Dazu zählen etwa Patriot-Flugabwehrraketen oder Tomahawk-Marschflugkörper.
Grundsätzlich stellt es einen strategischen Vorteil für China dar, wenn die USA mit dezimiertem Munitionsbestand aus dem Krieg im Nahen Osten hervorgehen. Zu der Überlegenheit Chinas im Falle eines Konfliktes im Indopazifik trägt überdies bei, dass die USA ihre militärischen Ressourcen ohnehin aus dem Fernen in den Nahen Osten verlagert haben. Festzuhalten bleibt: Ein Abnutzungskrieg im Nahen Osten vergrößert die Verwundbarkeit der USA in einem möglichen Konflikt um Taiwan – zur Freude Chinas.
3. Iranische Drohnen dienen als Vorbild
Auch an Teherans Militär könnte sich China ein Beispiel nehmen. Das iranische Regime setzt insbesondere kostengünstige Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed ein, deren Abwehr die USA Millionenbeträge kostet. Denn bislang setzen die USA weiterhin auf kostspielige Patriot-Systeme. Allein die Kosten einer Flugabwehrrakete werden auf weit über eine Million Dollar geschätzt. Wenn China nun also auch billige Luft- und Seedrohnen einsetzt, würde die Luftverteidigung nach aktuellem Stand die USA in finanzielle Bedrängnis bringen.
Ob der Konflikt um Taiwan tatsächlich eskaliert, ist nach derzeitigem Erkenntnisstand abzuwarten. Zudem steht auch ein Besuch des US-Präsidenten in Peking noch aus: Trump wird Mitte Mai in China erwartet. Sein Treffen mit Xi war wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran von Anfang April verschoben worden.