Unerlaubte Stoffe22 Nagellacke vom Basler Kantonslabor aus dem Verkehr gezogen
Eine Kontrolle von Gel-Nagellacken aus Schweizer Online-Shops führt zu 22 Verkaufsverboten. Die meisten Produkte enthalten unerlaubte oder falsch deklarierte Inhaltsstoffe.

zVg
22 von 28 geprüften Gel-Nagellacken aus Schweizer Online-Shops dürfen nicht mehr verkauft werden. Das zeigt eine Kontrolle des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt zusammen mit dem Kanton Aargau. Die Behörden untersuchten Produkte, die eigentlich für den professionellen Einsatz gedacht sind, aber auch von Privatpersonen bestellt werden können. Insgesamt wurden 39 einzelne Lacke analysiert. Das Ergebnis fällt deutlich aus: 27 der 28 Produktlinien werden beanstandet.
Grund für die Verkaufsverbote sind unter anderem verbotene Inhaltsstoffe, zu hohe Konzentrationen einzelner Chemikalien und unerlaubte Farbmittel. In vielen Lacken fanden die Fachleute Stoffe, die in Kosmetika nicht zugelassen sind oder nur in begrenzten Mengen verwendet werden dürfen.
Besonders häufig stellten die Labore unerlaubte Farbmittel fest. Diese wurden in der Mehrheit der untersuchten Lacke nachgewiesen. Zudem überschreiten mehrere Produkte Grenzwerte bei Stabilisatoren und sogenannten Photoinitiatoren, die für das Aushärten unter UV-Licht nötig sind.
Fehlende Inhaltsstoffe und Warnhinweise
Auch bei der Deklaration gibt es zahlreiche Mängel. Inhaltsstoffe fehlen, sind unvollständig aufgeführt oder stimmen nicht mit den tatsächlichen Bestandteilen überein. Teilweise fehlen auch vorgeschriebene Warnhinweise.
Laut des Untersuchungsberichts können die enthaltenen Stoffe gesundheitliche Folgen haben. Genannt werden allergische Reaktionen der Haut sowie Beschwerden der Atemwege. Das Risiko steigt vorwiegend dann, wenn die Produkte ohne Fachkenntnisse oder in schlecht gelüfteten Räumen verwendet werden.
Auffällig ist zudem, dass alle geprüften Produkte nur für den gewerblichen Gebrauch vorgesehen sind. Trotzdem lassen sie sich in Schweizer Online-Shops problemlos bestellen. Eine Kontrolle, ob Käuferinnen und Käufer die nötige Ausbildung haben, findet nicht statt. Die Behörden sprechen von einer ungenügenden Qualitätssicherung und sehen weiteren Handlungsbedarf. Weitere Kontrollen seien wahrscheinlich.
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