NachrufNatürliche Autorität: Roman Geeser, Rektor und Politiker
Er war lange Jahre Rektor des Wirtschaftsgymnasiums und profilierter FDP-Grossrat: Vergangene Woche ist Roman Geeser nun im Alter von 81 Jahren gestorben. Der frühere FDP-Parteipräsident Daniel Stolz würdigt ihn.
Roman Geeser im Jahr 2012.
Bild: Martin Toengi / Archiv
Ich erinnere mich noch immer gut daran, als ich vor langer Zeit den Jungfreisinnigen Basel-Stadt als 17-Jähriger beigetreten bin. Da waren die Grossrätinnen und Grossräte natürlich schon etwas Spezielles – vor allem natürlich die eigenen. Sehr bald stach für mich einer hervor: Roman Geeser.
Warum? Es war seine Art. Ja, er strahlte die natürliche Autorität eines Grossrates aus, aber ohne abgehoben oder gar zurückweisend zu wirken. Ganz im Gegenteil. Er ging auf die Menschen zu. Auch auf einen jungen, vorlauten Jungfreisingen und nahm ihn ernst. Man konnte mit Roman diskutieren – auch sehr kontrovers und das war bei uns beiden mehr als einmal der Fall. Ich schätzte an ihm gerade diesen Zug sehr.
Diese Art und Weise war auf seine Persönlichkeit zurückzuführen, aber er war auch durch seinen Beruf geprägt worden. Oder war es eher seine Berufung? Er engagierte sich als erfolgreicher Rektor des Wirtschaftsgymnasiums und der Wirtschaftsmittelschule enorm und prägte deren Weiterentwicklung sehr.
So standen natürlich auch im Grossen Rat bildungspolitische und wirtschafts-, beziehungsweise finanzpolitische Fragestellungen im Fokus seines reichen politischen Engagements. Sehr intensiv war sein Einsatz für eine gemeinsame und erfolgreiche Region Basel. Er setzte sich unermüdlich für eine starke Region ein und scheute sich nicht, sich auch dafür zu exponieren. Dies auch im Wissen, dass in diesem politischen Feld keine kurzfristigen «Blumentöpfe» zu gewinnen sind.
Er war aber nicht ausschliesslich ein Kämpfer für seine Anliegen, sondern wollte auch immer Brücken bauen und konstruktiv mitwirken. Sich exponieren ja, aber nicht polemisieren.
Jetzt ist Roman Geeser im Alter von 81 Jahren von uns gegangen. Ein Verlust für Basel, in erster Linie aber natürlich für seine Familie, der ich an dieser Stelle mein Beileid, sicher auch im Namen vieler Kolleginnen und Kollegen, ausspreche.