Im Batterielager der Firma Librec in Biberist kam es zu einem Brand.
Bild: Theepan Ratneswaran
Dunkle Rauchwolken stiegen auf, der Geruch war weithin wahrnehmbar. Trotz der aussergewöhnlichen Lage lief das Leben in der Umgebung zunächst weiter. Menschen waren unterwegs, auch Familien mit Kindern.
Wie die Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage mitteilt, ging eine Meldung um 12.35 Uhr ein. In Biberist an der Fabrikstrasse im Bereich der Batterierecyclingfirma Librec brannte es. Die Polizei sprach von einer starken Rauchentwicklung. Neben Polizei und Feuerwehr standen auch der Rettungsdienst, das Amt für Umwelt sowie ein Vertreter der Gemeinde Biberist im Einsatz.
Beitrag von Tele M1:In Batterierecycling-Firma in Biberist bricht Feuer aus.
Video: Tele M1
Wie die Polizei in einer Medienmitteilung schreibt, gestalteten sich die Löscharbeiten anspruchsvoll. Gemäss der Polizei ist am Batterielager ein massiver Schaden entstanden. Ein Übergreifen der Flammen auf das Hauptgebäude konnte jedoch weitgehend verhindert werden.
Spezialisten der Kantonspolizei haben Ermittlungen zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Schadens aufgenommen. Angaben zu verletzten Personen liegen derzeit keine vor.
Warnung für die Region Biberist
Die Behörden riefen die Bevölkerung über Alertswiss dazu auf, das betroffene Gebiet weiträumig zu umfahren. Für Anwohner galt die Aufforderung, Fenster und Türen zu schliessen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Vor starker Rauchentwicklung wurde besonders in der Region Biberist gewarnt.
Vor starken Rauchentwicklungen wird in der Region Biberist gewarnt.
Screenshot: Alertswiss
Für die Region Biberist, Gerlafingen und Derendingen besteht inzwischen keine Gefahr mehr. Die Bevölkerung muss keine besonderen Massnahmen ergreifen.
Brandrisiko bekannt
Gemäss Angaben des Unternehmens konnte die Situation durch die Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden. Die Schäden beschränken sich demnach auf die betroffene Halle und die dort gelagerten Materialien. Der Betrieb in anderen Teilen des Werks werde fortgeführt, hiess es. Das Unternehmen habe umgehend seinen Krisen- und Notfallplan aktiviert.
Der CEO der Librec AG, Jodok Reinhardt, erklärte gegenüber «20 Minuten», dass ein Vorfall wie am Dienstag im Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann. Brände dieser Art seien in der Branche ein bekanntes Risiko.

Kantonspolizei Solothurn
90 Prozent Rückgewinnungsquote
Die Librec AG wurde 2021 gegründet und hat sich auf das Recycling von Batterien aus E-Fahrzeugen wie Autos, Lastwagen, Schiffen oder Bussen spezialisiert. Librec ist die erste Recyclinganlage für E-Auto-Akkus der Schweiz.
Auf dem Papieri-Areal in Biberist betreibt das Unternehmen eine rund 4000 Quadratmeter grosse Produktionshalle. Dort werden Batterien entladen, zerlegt und sogenannte Aktivmaterialien zurückgewonnen. Nach eigenen Angaben erreicht Librec dabei eine Rückgewinnungsquote von über 90 Prozent.