Die Veloführung auf der Kettenbrücke birgt Risiken.Die Veloführung auf der Kettenbrücke birgt Risiken.

Bild: Katja Schlegel

Darum geht esEine Road Safety Inspection identifiziert 28 Sicherheitsdefizite auf der Kettenbrücke.Davon gelten 18 als hohes, sieben als mittleres und drei als geringes Unfallrisiko.Planungshoheit liegt beim Kanton, Gespräche sind für das zweite Quartal 2026 vorgesehen.Die Stadt will Sofortmassnahmen prüfen und konkrete Verbesserungen einbringen.

Es dürfte eine der brenzligsten Strecken im Aarauer Velonetz sein: die Kettenbrücke. Wer stadteinwärts fährt, muss einmal auf der Brücke die Fahrspur zum Mittelstreifen hin queren und noch einmal am Zollrain. Insbesondere mit dem Bus im Nacken oder weit ausholenden Lastwagen im Gegenverkehr eine ungemütliche, gar gefährliche Sache. Zwar darf man als Velofahrer auf dem überbreiten Trottoir über die Brücke fahren, spätestens bei den Fussgängerstreifen aber muss man absteigen. Und auch die sind in den beiden Kurven doch recht unübersichtlich angelegt.

Die Kettenbrücke mit dem Velo zu meistern kann gefährlich sein.Die Kettenbrücke mit dem Velo zu meistern kann gefährlich sein.

Bild: Katja Schlegel

Ein gutes halbes Jahr nach der Freigabe der neuen Brücke im September 2022 reichten die Einwohnerräte Hannah Wey (Grüne) und Alexander Umbricht (GLP) ein Postulat ein. Diese beauftragte die Stadt, mit den kantonalen Planungsstellen Kontakt aufzunehmen und die Situation zu klären. Das Postulat wurde im Januar 2024 überwiesen. Diesen Januar hakte Lea Naon (GLP) mit einer Anfrage nach. Die Stadt habe die Veloverkehrsführung auf der Kettenbrücke inzwischen von einer externen Stelle beurteilen lassen, schrieb Naon; sie wolle deshalb wissen, was diese Beurteilung ergeben hat, was der Stadtrat für Massnahmen zur Entschärfung der Situation im Sinn hat und wann diese umgesetzt werden sollen. Die Antwort des Stadtrats liegt nun vor – mit erschreckenden Zahlen.

Besprechung mit Kanton geplant

Im Jahr 2025 habe die Stadt eine thematische Road Safety Inspection (RSI) zum Thema Veloverkehr auf der Kettenbrücke in Auftrag gegeben, heisst es einleitend. Punktuell wurde ebenfalls der Fussverkehr mitbetrachtet, mit untersucht wurden auch die Anschlüsse auf der Nord- und Südseite. «Die Prüfung ergab 28 Sicherheitsdefizite», heisst es weiter. 18 Sicherheitsdefizite mit hohem Unfallrisiko, sieben mit mittlerem Unfallrisiko und drei mit kleinem Unfallrisiko. Aus Sicht der Stadt bestehe «klarer Handlungsbedarf», schreibt der Stadtrat.

Das Fahren auf dem Trottoir ist erlaubt, jedoch nur bis zum Fussgängerstreifen.Das Fahren auf dem Trottoir ist erlaubt, jedoch nur bis zum Fussgängerstreifen.

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Die Stadt hält fest, dass die Planungshoheit für Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit beim Kanton als Eigentümer der Brücke liege. Ein Austausch mit dem Kanton und den damaligen Projektverantwortlichen sei für das zweite Quartal 2026 geplant. «Dabei sollen die Ergebnisse aus dem RSI-Bericht gemeinsam besprochen und Anpassungen in einem Gesamtkontext betrachtet werden.» Ziel sei es, mögliche Massnahmen zu definieren. Auch werde sich der Stadtrat für Sofortmassnahmen einsetzen.

«Diese Zahl stimmt mich ebenfalls besorgt»

28 Sicherheitsdefizite – eine erschreckend hohe Zahl. «Die Zahl stimmt mich ebenfalls besorgt», sagt auch Stadträtin Gabriela Suter, zuständig für das Ressort Bau, Mobilität und Umwelt. «Gerade weil die Strecke stark von Velos befahren wird, ist der Handlungsbedarf offensichtlich.» Entscheidend sei jetzt eine schnelle Umsetzung von Massnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen. «Die Stadt Aarau hat die Förderung und Bevorzugung des Veloverkehrs in der Gemeindeordnung verankert und den Auftrag, für ein durchgehendes, dichtes und sicheres Velonetz zu sorgen. Meine Aufgabe als Ressortvorsteherin ist es, dafür zu sorgen, dass diese Bestimmungen umgesetzt werden.»

Die Stadt will jetzt handeln und die Sicherheit für die Velos erhöhen.Die Stadt will jetzt handeln und die Sicherheit für die Velos erhöhen.

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An der Sitzung mit dem Kanton werde die Stadt nun lösungsorientierte Vorschläge machen mit dem klaren Ziel, die Sicherheitsdefizite rasch zu beheben, so Suter. «Details werden wir zu gegebener Zeit kommunizieren.»