Mit dem Poco X7 bringt der Hersteller ein Smartphone, das bewusst auf Balance statt auf Maximalleistung setzt. Das Konzept geht in vielen Punkten auf: Display, Akku und Hauptkamera überzeugen im Alltag. Zudem wirkt das Gerät spürbar reifer als frühere Poco-Modelle. Schwächen zeigen sich jedoch bei den Nebenkameras und der Software – hier hat die Redmi-Reihe die Nase vorn.

Xiaomi Poco X7 Design: schick, robust – aber spürbar Mittelklasse

Das Poco X7 ist rund 162 x 74,5 x 8,4 Millimeter groß und wiegt je nach Ausführung 186 bis 190 Gramm. Angeboten wird es in Schwarz, Grün und Silber. Das an den Seiten gebogene 2,5-D-Display sorgt für einen hochwertigeren Look als bei vielen ähnlich teuren Konkurrenten mit flachem Display, ist aber Geschmackssache. Zu störenden Spiegelungen kommt es allerdings nicht. Auch das große Kameramodul mit scheinbar vier einzelnen Linsen auf der Rückseite wirkt optisch markant, obwohl es technisch weniger spektakulär ist, als die Gestaltung vermuten lässt.

Praktisch: Das Poco X7 ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Dazu kommt Gorilla Glass Victus 2 auf der Front, was für starken Schutz gegen Kratzer und Bruch spricht. Beides ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.

Das Xiaomi PocoX7 von hinten fotografiert, man sieht die Rückseite und die Kamera.Markantes Kameramodul und matte Kunststoffrückseite: Das Poco X7 setzt optisch auf einen hochwertigen Look – bleibt aber klar Mittelklasse. © IMTEST/ Stefan Schomberg

Wer das Gerät allerdings in die Hand nimmt, merkt schnell die Kosteneinsparungen eines Mittelklassemodells: Rückseite und Rahmen sind nur aus Kunststoff, auch wenn sie auf den ersten Blick wie Metall aussehen. Das passt zum Preis, lässt das Gerät aber nicht wie ein Premium-Modell wirken.

Display: Helles OLED mit Top-Ausstattung, kleinen Abstrichen

Das Display des Poco X7 überzeugt da schon mehr. Xiaomi baut ein OLED-Panel mit 6,67 Zoll Bilddiagonale, einer Auflösung von 2712 x 1220 Pixel, 120 Hertz Bildwiederholungsrate und laut Hersteller bis zu 3000 cd/m² Spitzenhelligkeit ein. Hinzu kommen 12-Bit-Farbtiefe, HDR10+ und Dolby Vision.

Im Test überzeugt das Panel mit hoher Schärfe, kräftigen, meist gut abgestimmten Farben und toller Ablesbarkeit im Alltag, auch wenn das Smartphone im Test nur auf knapp 1300 cd/m² kam. Die Herstellerwerte beziehen sich auf punktuelle und temporäre Maximalhelligkeit bei HDR-Inhalten.

Das Xiaomi Poco X7 frontal fotografiert. Auf dem Bild sind Apps zu sehen.Großes OLED-Display mit 120 Hertz: Inhalte wirken scharf, farbenfroh und angenehm flüssig. © IMTEST/ Stefan Schomberg

Scrollen, Lesen und Streaming sind zudem angenehm flüssig und hochwertig. Etwas schade: Xiaomi verzichtet auf ein echtes Always-on-Display, sondern setzt stattdessen auf ein „Sometimes-on-Display“, das nicht dauerhaft aktiv ist. Trotzdem ist das Panel insgesamt stark.

Poco-X7-Kamera: gute Hauptlinse, schwache Nebendarsteller

Das Poco X7 setzt auf eine Hauptkamera mit 50 Megapixel mit Sony-IMX882-Sensor, optischem Bildstabilisator (OIS) und einer lichtstarken Offenblende von f/1.5. Dazu kommen eine Weitwinkelkamera mit 8 Megapixel, eine überflüssige Makrokamera mit 2 Megapixeln und eine Frontkamera mit 20 Megapixel.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche bis gute Ergebnisse – gerade für den Preis. Farben, Bilddynamik und Schärfe sind im Alltag meist überzeugend, auch wenn Details teils etwas zu weich wirken.

Blumenaufnahme durch das Xiaomi PocoX7Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Ergebnisse mit natürlichen Farben und solider Schärfe. © IMTEST/ Stefan Schomberg

Weniger überzeugend sind die Zusatzkameras. Die Weitwinkelkamera ist brauchbar, fällt bei Details aber deutlich hinter die Hauptkamera zurück. Die Makrokamera hat kaum praktischen Mehrwert – kein Wunder bei 2 Megapixel.

Auch bei wenig Licht sind die Fotoergebnisse zwar in Ordnung, aber man merkt die Verortung in der Mittelklasse.

Aufnahme des Xiaomi PocoX7 bei DunkelheitBei wenig Licht zeigt das Poco X7, was die Kamera leisten kann – mit sichtbaren Kompromissen bei Details. © IMTEST/ Stefan Schomberg

Für normale Schnappschüsse reicht das, für anspruchsvollere Nachtaufnahmen weniger – wer so etwas möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Frontkamera ist solide, aber ebenfalls nicht herausragend.

Videos mit maximal 4K/30 sehen dank OIS und EIS (elektronische Bildstabilisierung) zwar bei halbwegs ruhiger Hand gut aus, könnten aber eine höhere Bildwiederholungsrate gebrauchen. Insgesamt gilt: Die Hauptkamera ist gut genug für den Alltag, das restliche Set-up eher durchschnittlich.

Ausstattung: Solide Power mit kleinen Lücken

Im Inneren arbeitet ein Mediatek Dimensity 7300 Ultra. Die Leistung reicht für Alltag, Streaming, soziale Netzwerke, Navigation und auch für viele Spiele problemlos aus. Nur AAA-Titel kann man nicht flüssig spielen, ohne die Grafik runterzuschrauben. Angeboten werden Varianten mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher sowie mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher. Dazu kommen Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC, Infrarot-Blaster, Stereo-Lautsprecher und ein Fingerabdrucksensor im Display. Positiv fällt auch die eSIM-Unterstützung auf. Einen microSD-Slot könnten hingegen manche Interessenten vermissen. Die Ausstattung ist insgesamt gut und passend zur Klasse, setzt aber nicht überall Bestwerte.

Software: Viel Funktion – aber zu viel Ballast beim Poco-X7

Als System läuft HyperOS auf Basis von Android 14 – das ist etwas alt, schließlich gibt es längst Android 16. Immerhin werden für das Poco X7 drei Android-Updates und vier Jahre Sicherheitsupdates genannt. Das ist ordentlich, wenn auch nicht führend in der Klasse. Kritischer fällt die Softwarequalität selbst aus. Wie bei Xiaomis Mittelklasse gewohnt stören vorinstallierte Apps und Werbeeinblendungen mehr als bei Konkurrenzmodellen von Samsung oder Google.

Akku: Ausdauernd und schnell geladen

Der Akku mit 5110 mAh zählt ebenfalls zu den Stärken des Geräts. Die Laufzeiten fallen in Tests gut bis sehr gut aus und reichen für die meisten Nutzer problemlos durch den Tag, normalerweise auch klar darüber hinaus. Auch die Ladezeit ist dank 45-Watt-Ladung angenehm kurz, ein passendes Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten. Voll wird das Gerät damit in knapp unter einer Stunde, von 20 bis 80 Prozent dauert das XXX Minuten. Damit gehört das Poco X7 bei der Ausdauer zu den besseren Geräten seiner Klasse.

Preis: Viel Leistung für unter 300 Euro

Die UVP in Deutschland lag zum Start bei 299,90 Euro für 8 GB RAM und 256 GB Speicher sowie bei 349,90 Euro für 12 GB RAM und 512 GB Speicher. Erhältlich ist das Poco X7 in Schwarz, Grün und Silber. Der aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de liegt beginnt bei knapp 250 Euro (Stand: 04/2026).

Poco X7 Fazit: Gute Leistung, bekannte Schwächen

Das Poco X7 ist ein ordentliches Mittelklasse-Smartphone mit deutlich mehr Stärken als Schwächen. Das OLED-Display ist sehr gut, die Akkulaufzeit überzeugt, die Hauptkamera ist absolut alltagstauglich und die IP68-Zertifizierung sorgt dafür, dass Nutzer voraussichtlich lange was vom Handy haben. Das trifft auch auf die ordentliche Leistung zu, die für fast alle typischen Aufgaben reicht.

Die Schwächen liegen vor allem bei HyperOS, den Zusatzkameras und beim eingeschränkten Always-on-Display. Wer mit der Software mit nervigen Werbeeinblendungen leben kann (oder sie anpasst) und in erster Linie ein gut ausgestattetes Smartphone mit starkem Display sucht, bekommt mit dem Poco X7 ein überzeugendes Gesamtpaket.

PRO Starkes OLED, guter Akku, IP68 und solide Hauptkamera. KONTRA Es schwächelt bei den Zusatzkameras, der werbelastigen Software, dem fehlenden Always-on-Display und dem Kunststoffgehäuse.

IMTEST-Ergebnis:

gut 2,17

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