Die Leichtathletikhalle hätte auf der Rasenfläche rechts des Letzigrund-Stadions entstehen sollen.Die Leichtathletikhalle hätte auf der Rasenfläche rechts des Letzigrund-Stadions entstehen sollen.

Bild: Keystone/Archiv

Die geplante Leichtathletikhalle beim Letzigrundstadion ist vorerst vom Tisch. Der Zürcher Stadtrat hat an der Gemeinderatssitzung am Mittwoch die entsprechende Weisung zurückgezogen.

Der von SP, Grüne und AL angedrohte Rückweisungsantrag habe den Stadtrat dazu veranlasst, die Reissleine zu ziehen, erklärte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP). «Es tut mir wahnsinnig leid, dass die Halle nun nicht so gebaut werden kann», sagte Leutenegger.

Die Stadt Zürich wollte den Bau einer neuen Leichtathletikhalle auf dem Fussballplatz neben dem Letzigrundstadion durch den Leichtathletik-Club Zürich (LCZ) ermöglichen. Die Weisung sah vor, Land im Baurecht für 50 Jahre abzugeben und das Projekt mit Investitions- und Betriebsbeiträgen sowie einem reduzierten Baurechtszins zu fördern. Der LCZ plante Investitionen von rund 21 Millionen Franken.

«Das Projekt ist nicht ganz ausgereift»

Kritik gab es bereits im Vorfeld von SP, Grünen und AL. Sie stiessen sich insbesondere am Public-Private-Modell, an mangelnder Kontrolle und an Risiken für die öffentliche Hand.

«Warum sollten Private mit unserem Geld anders bauen dürfen, als das Parlament das möchte?», sagte Sophie Blaser von der AL am Mittwochabend. «Als nicht ganz ausgereift», bezeichnete Urs Riklin (Grüne) das Projekt. Er ist froh um den Marschhalt des Stadtrats. Es sei ausser Acht gelassen worden, dass die Stadt Zürich wachse und damit auch der Bedarf an Sportinfrastruktur. Das Projekt solle nochmals überdacht und eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Die GLP war der Meinung, dass Zürich nicht nur Fussballplätze braucht, sondern eine Vielfalt im Sportangebot. Das Projekt wäre ein guter und günstiger Weg gewesen. Allerdings wäre die Lösung nicht zukunftsträchtig gewesen, sagte Ann-Catherine Nabholz (GLP).

«Tiefpunkt der Legislatur»

Die linke Ratshälfte habe den Stadtrat fast zum Rückzug der Weisung gezwungen, sagte Stefan Urech von der SVP. Für ihn bildet dies den «Tiefpunkt der Legislatur». Er verstehe nicht, warum die Linke die absolute Kontrolle darüber wolle, was auf dem Platz gebaut wird. Es handle sich nicht um irgendeinen dubiosen Verein, sondern der LCZ fördere Sport und Bewegung.

«Sie haben das Projekt so lange mit Forderungen traktiert, bis der Stadtrat die Reissleine ziehen musste», warf Yasmine Bourgeois von der FDP den linken Parteien vor. Sie hätten dieses Geschenk, das die Stadt bekommen hätte, mutwillig versenkt. (sda)