SatireDie «Wochenente»: Klima, Knatsch und Kataster

Die Wochenente kalauert sich jeden zweiten Samstag durch Politik, Gesellschaft und andere Nebensächlichkeiten der Region.

Bild: Nicole Nars-Zimmer
Es ist Ostern und nicht nur Christen feiern die Auferstehung. In Basel kommt etwa der Rheintunnel wieder aus der Versenkung, die er selber nie sein konnte. Und dies gerade rechtzeitig zu einer Zeit, in welcher der Kanton seine hehren Klimaziele beerdigt. 97 Prozent des Basler Fuhrparks müssten in den nächsten Jahren elektrisch unterwegs sein, um Netto-null bis 2037 zu schaffen. In Wahrheit sind es wenig mehr als die Busse der BVB und ein paar Polizei-Teslas. Eineinhalb Jahre beträgt offenbar die Halbwertszeit der Basler Klimastrategie – also etwa halb so lang wie eine durchschnittliche Baustelle für Fernwärme in einer kleinen Quartierstrasse.
Die Ideen, den motorisierten Verkehr an sich zu dezimieren, spriessen derweil vielfältig. Die Linke fordert fast flächendeckend Tempo 30, die noch Linkere lanciert eine Halbierungsinitiative für das U-Abo und die Basler Polizei verteilt 3700 Tempobussen, die gar nicht zulässig wären.
Für eine Verrohung des politischen Klimas sorgt indes eine nach Eigendeklaration «irre Truppe» um Grossrat Eric Weber, welche die Basler Staatskanzlei mit einer richtig gehenden Flut an unsinnigen Volksinitiativen beübt. In Baselland kennt man dieses Phänomen bereits: Dort hat sich dieses Vorgehen zur sogenannten «Wirtschaftskammer» institutionalisiert.
Ebenfalls nicht gerade klimaschonend ist, dass der Kanton Basel-Stadt eine neue Doppel-Eishalle bauen möchte. Noch dazu im Allschwiler Grundstückkataster – was ironischerweise für Tauwetter sorgt in den bilateralen Beziehungen zwischen Stadt und Land. Während der EHC Basel sehnlich auf die nächste Eiszeit wartet, zeigen sich auch die Handballer vom RTV enttäuscht: Eine neue Halle rutschte auf der Prioritätenliste der Basler Regierung noch weiter nach unten als der RTV in der nationalen Tabelle.
Auch der Sport bleibt in Basel eine Art Passionsgeschichte. Nur ohne anschliessendes Wunder. (bro)
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