Boowald145 km/h und ein sechsjähriges Kind als Mitfahrer: Sieben Ausweisentzüge und mehrere Anzeigen nach Kontrolle

Trotz der Ankündigung von Kontrollen im Gebiet Boowald vor wenigen Tagen resultierten etliche Anzeigen und sieben sofortige Führerausweisentzüge. Spitzenreiter war ein 19-Jähriger, der mit 166 km/h unterwegs war.

Die Strecke im Boowald ist beliebt bei Töff- und Autofahrern. Die Strecke im Boowald ist beliebt bei Töff- und Autofahrern.

Marco Nützi

Am Karfreitag-Nachmittag führte die Kantonspolizei Aargau zusammen mit der Regionalpolizei Zofingen eine Schwerpunktaktion im Bereich Boowald (Gemeindegebiet Murgenthal und Vordemwald) durch. Die Strecke zwischen Vordemwald und St. Urban ist bei vielen Hobbyrennfahrern beliebt. Deshalb kommt es dort immer wieder zu gefährlichen Fahrmanövern, schweren Unfällen und massiven Lärmbelästigungen.

«Obwohl die Polizei vor wenigen Tagen ausdrücklich auf solche Kontrollen hingewiesen hatte, dachten wohl viele, es handle sich um einen verfrühten Aprilscherz», schreibt die Kantonspolizei Aargau. Mit der gestrigen Kontrolle löste die Polizei ihr Versprechen ein. Die ernüchternde Bilanz zeigt, wie wichtig und richtig solche Kontrollen sind.

Kontrolle während mehrerer Stunden

Während mehrerer Stunden führte die Kantonspolizei Aargau mit ihrem Lasermessgerät auf der Langenthalerstrasse eine Geschwindigkeitskontrolle durch. Auf dieser Ausserortsstrecke gilt die übliche Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Fünf Motorradfahrer im Alter zwischen 18 und 47 Jahren waren mit Geschwindigkeiten zwischen 124 km/h und 138 km/h unterwegs. Nach Abzug der gesetzlichen Toleranz ergaben sich daraus Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 45 km/h und 54 km/h. Vier der fünf Motorradfahrer mussten ihren Führerausweis auf der Stelle abgeben. Der 18- und der 19-Jährige waren erst seit letztem Jahr im Besitz eines Lernfahrausweises bzw. Führerausweis auf Probe.

Autofahrer mit über 60 km/h zu schnell unterwegs

Kurz vor 16 Uhr passierte ein 39-jähriger Autofahrer mit seinem sechsjährigen Mitfahrer die Kontrollstelle mit 145 km/h. Nach Abzug der gesetzlichen Toleranz ergab sich eine strafbare Geschwindigkeitsüberschreitung von 61 km/h. Nur wenige Minuten später wurde ein 19-Jähriger mit seinem Skoda mit 166 km/h gemessen. Nach Abzug der gesetzlichen Toleranz war er doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs.

Sowohl der 39- als auch der 19-Jährige mussten ihren Führerausweis bzw. den Führerausweis auf Probe sofort abgeben. Da die beiden den sogenannten Raserartikel erfüllten, wurden ihre Fahrzeuge vorläufig sichergestellt und die Kantonspolizei schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Diese eröffnete gegen die beiden Schweizer eine Strafuntersuchung.

Der Tele M1-«Aktuell»-Beitrag zum Thema.

Video: Tele M1

Anzeigen wegen gefährlicher Fahrmanöver

Zeitgleich führte die Regionalpolizei Zofingen mit mehreren Mitarbeitenden eine Verkehrskontrolle im besagten Bereich durch. Dabei wurden zehn Fahrer angezeigt, da sie gefährliche Manöver durchführten, unnötig Lärm verursachten oder mit nicht vorschriftsgemässen Fahrzeugen unterwegs waren. Einer Person wurde aufgrund des Fahrverhaltens der Führerausweis umgehend entzogen. Zudem wurden diverse Ordnungsbussen ausgestellt.

«Mit dieser gezielten Aktion will die Polizei im Bereich Boowald ein klares Zeichen setzen: Solches Fahrverhalten wird in keinster Weise toleriert», schreibt die Kapo weiter. Die Kantonspolizei Aargau und die Regionalpolizei Zofingen würden auch in Zukunft Schwerpunktaktionen durchführen, um verantwortungslose Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen und so die Sicherheit auf unseren Strassen zu gewährleisten. (cwu)

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