Mit unserer Reihe „Augsburger Anekdoten“ erzählen wir kleine Geschichten mitten aus dem Leben unserer Stadt.
Finger weg! Wehrlos steht das Mädchen da. Im Winter gibt es keinen Wasserspiegel, der beständig zu ihren Füßen fließt. Mal von den Kleinkindern abgesehen, die gerne durch das flache Wasser tollen, verschafft ihr das kühle Nass im Sommer etwas Privatsphäre. Im Winter wurde die über zwei Meter große Bronzefigur des italienischen Bildhauers Giacomo Manzù nicht abgedeckt. Sie blickt, für jeden gut erreichbar, gedankenverloren in Richtung Annastraße und Bürgermeister-Fischer-Straße. Die Figur, die 1985 in Augsburg enthüllt worden war, blieb über Jahrzehnte unbehelligt. Nun ist ihr dasselbe Schicksal widerfahren, wie vielen Ampeln, Laternenmasten, Verkehrsschildern: Erst klebte ihr jemand einen Ultras-Aufkleber auf den Rücken. Weil ein Aufkleber selten allein bleibt, kam ein weiterer FCA-Aufkleber hinzu. Lustig ist das nicht, illegal noch dazu. Finger weg von dem Mädchen, kann man da nur sagen – und hoffen, dass ihr jemand den Rücken wieder freimacht und nicht noch mehr Aufkleber auf die beliebte Figur geklebt werden.

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Auf die Figur am Manzù-Brunnen wurden zwei Aufkleber geklebt.
Foto: Miriam Zißler
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Auf die Figur am Manzù-Brunnen wurden zwei Aufkleber geklebt.
Foto: Miriam Zißler
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Vormittägliches Prost. Samstag, 13 Uhr auf dem Augsburger Stadtmarkt, die perfekte Zeit für einen Kaffee – halt stopp, was ist das? Auf den zahlreichen Tischen draußen stehen keine koffeingefüllten Tassen, sondern Stielgläser. Eine handbeschriebene Tafel bewirbt „Hot Spritz“ für 7,50 Euro. Ein fragender Blick an die Begleitung, hilfloses Achselzucken – dann werden statt eines Kaffees eben zwei Hot Aperols bestellt. Am Tisch gegenüber sitzen vier ältere Herrschaften mit zwei Flaschen vor sich. In einer war mutmaßlich vor wenigen Minuten noch Weißwein, die andere wird noch vorbildlich gekühlt. Da soll noch einer sagen, dieses „Daydrinking“ sei eine Erfindung der Jugend. Prost.

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Am Wochenende wird auf dem Augsburger Stadtmarkt bereits vormittags genüsslich das ein oder andere Glas Wein konsumiert.
Foto: Marcus Merk
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Am Wochenende wird auf dem Augsburger Stadtmarkt bereits vormittags genüsslich das ein oder andere Glas Wein konsumiert.
Foto: Marcus Merk
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Für die Tonne. Silvester ist lange vorbei, der Müll auf den Straßen beseitigt. Aller Müll? Nein. Im Textilviertel wurde in der Nacht zum neuen Jahr ein großer grüner Müllbehälter selbst zum Fall für die Tonne. Irgendjemand, wahrscheinlich besonders witzig oder sehr unvorsichtig, ließ offenbar einen Knaller in der vollen Mülltonne hochgehen. Fazit: Der Abfall angesengt, die Tonne noch mehr und das Entsorgen des Entsorgten plötzlich ein großes Problem. Erst lag der Müll tagelang lose vor dem dazugehörigen Haus, dann nur noch der Deckel der Tonne, während die Tonnen selbst einen Parkplatz am Straßenrand für sich beanspruchte. Nun, 45 Tage nach Neujahr, haben Tonne und Deckel wieder zusammengefunden und weiß-rotes Flatterband bekommen. Alle Anwohner warten jetzt gespannt, wann die letzte Erinnerung an die Silvesternacht verschwindet. Und hoffen, dass die Menschen übers Jahr etwas Hirn hinzugewinnen und am 31.12.2026 nicht wieder einen solchen Knaller abliefern.

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Seit Silvester ist diese Tonne selbst ein Fall für die Tonne. Bis heute wurde sie nicht abgeholt.
Foto: privat
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Seit Silvester ist diese Tonne selbst ein Fall für die Tonne. Bis heute wurde sie nicht abgeholt.
Foto: privat
Augsburg
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