In der Nacht auf Karfreitag waren sämtliche Flixbus-Verbindungen ab Zürich bis auf den letzten Platz belegt. Mehrere Abfahrten zwischen 1.45 und 3.40 Uhr waren innert kürzester Zeit ausverkauft. Ziel ist eine Stadt, in der weiterhin russische Angriffe, Drohnenbeschuss und Ausfälle der Stromversorgung gemeldet werden. Die Fahrt dauert bis zu 42 Stunden.

Ein Flixbus auf der Autobahn (Symbolbild)
SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE
Die starke Nachfrage nach Rückreisen fällt auf. Laut Inside Paradeplatz hätten die Busse mehrfach gefüllt werden können, die Verbindungen seien «hoffnungslos überbucht» gewesen. Viele Geflüchtete nutzen die Osterfeiertage für Besuche in ihrer Heimat – und kehren danach wieder in die Schweiz zurück.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Schweiz gewährt Menschen den privilegierten Schutzstatus S, weil sie angeblich vor einem vernichtenden Krieg fliehen, der ihr Leben unmittelbar bedroht. Und dann setzen sich dieselben Personen in den Bus, um in ebenjenem Land Urlaub zu machen? Das ist keine Polemik, das ist die nackte Realität, die unser gesamtes Asyl- und Schutzsystem ad absurdum führt.
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Klar, es ist eine gute Nachricht, dass das Leben in weiten Teilen der Ukraine offenbar so weit stabil ist, dass man dort Ferien feiern kann. Aber genau hier liegt der Hund begraben. Wenn eine Rückreise zu Erholungszwecken möglich ist, dann erlischt faktisch die Grundlage für einen dauerhaften Schutzanspruch in der Schweiz. Der Bundesrat und die zuständigen Behörden schauen hier jedoch weg, als ginge sie das Ganze nichts an. Es ist ein eklatantes Versagen der Politik gegenüber den eigenen Steuerzahlern, die diese Grosszügigkeit finanzieren. Und wir erleben hier eine schleichende Entwertung des Flüchtlingsbegriffs. Wer im Kriegsgebiet Urlaub machen kann, ist kein Flüchtling im klassischen Sinne mehr. Die Hilfsbereitschaft der Schweizer ist gross, aber sie darf nicht missbraucht werden.
