Zwei Reporter von Blue News hatten den Selbstversuch gewagt und für den zwanzig Kilometer langen Gotthard-Stau 7,5 Stunden gebraucht. Via San Bernardino sei die Fahrzeit um bis zu vier Stunden verlängert gewesen. Die SBB setzten 27 Extrazüge ein und schaufelten 70.000 Passagiere gen Süden. Eine logistische Meisterleistung.

Osterreiseverkehr vor dem Seelisbergtunnel auf der A2 Richtung Süden
Urs Flüeler/Keystone
Der Osterstau bricht herein wie ein alljährliches Naturereignis. Das Meinungsforschungsinstitut Sotomo hat Anfang 2025 das geplante Reiseverhalten an Ostern erfragt. Fast 30 Prozent der Befragten beabsichtigten eine Reise im In- oder ins Ausland. Bei den niedrigen Einkommen lag die Reiseabsicht bei gut 20 Prozent, bei den hohen Einkommen bei über 50 Prozent. Hochschulabgänger waren mehr als doppelt so mobilitätsfreudig wie Berufsleute. Den höchsten Wert nach Parteipräferenz hatten die Grünen mit 45 Prozent. Zwei Drittel davon gaben an, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Die Grünen waren auch die grössten Flugzeugmuffel. Direkt gefolgt von Mitte- und SVP-Wählern.
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Ruhe und Erholung sind offenbar den Osterstauwahnsinn wert. Es ist eben kein Wahnsinn, sondern eine einfache Gleichung. Wer es sich leisten kann, verlässt die Wohnstatt. Das ist ein vernichtendes Urteil für die Wohn- und Lebensqualität im Mittelland. Nicht einmal das perfekte Frühlingswetter konnte die Leute besänftigen.
Das zeigt, dass verdichtetes Bauen die Probleme des rasenden Bevölkerungswachstums nicht löst. Dann wäre der Dichtestress noch grösser, und noch mehr Personen würden an ruhigere Orte flüchten.