Es gibt eine Handvoll Comedy-Serien, die beim ProSieben-Programm in den 2000ern einfach zum Standard gehörten. Und damit meine ich nicht die unsterblichen Simpsons. Nein, ich rede einerseits von Scrubs – Die Anfänger und andererseits von Malcolm mittendrin. Beide Serien stehen am Anfang einer neuen Comedy-Ära.
Nach den Sitcom-Hits der 90er, etwa Friends oder Seinfeld, begann die Zeit der Single-Cam-Sitcoms. Wurden Sitcoms traditionell auf einer Studiobühne mit mehreren Kameras und oft einem Live-Publikum gedreht, lockte die neue Ära mit einer dynamischeren Inszenierung und mehr (Freiluft-)Schauplätzen. 26 Jahre später werden fast alle Comedys so gedreht – und zwei der Originale kehren zurück. Im März startete das Scrubs-Revival und Ende dieser Woche feiern wir ein Wiedersehen mit Malcolm, Francis, Reese und Co. bei Disney+.
Malcolm mittendrin ist eine einzigartige Comedy-Perle
Falls ihr euch nur noch dunkel an Malcolm mittendrin erinnert oder die Serie noch nicht kennt: Sie handelt von Malcolm (Frankie Muniz), bei dem in Folge 1 ein außergewöhnlich hoher IQ gemessen wird, also kommt er in eine Spezialklasse für Hochbegabte. Seine intellektuellen Kapazitäten stehen im krassen Kontrast zu seinem chaotischen Familienleben, wobei Malcolm daran nicht unschuldig ist.
Malcolms ältester Bruder Francis (Christopher Masterson) wurde von den Eltern Hal (Bryan Cranston) und Lois (Jane Kaczmarek) auf eine Militärakademie geschickt, um ihn unter Kontrolle zu bringen, doch mit Reese (Justin Berfield) und Malcolm sind zwei rachsüchtige, anarchische Bälger zurückgeblieben, die noch genug Grund zum Haareraufen bieten. Nur der jüngste Sohn Dewey (Erik Per Sullivan) scheint zumindest etwas ausgeglichen zu sein im Vergleich zu seinen Geschwistern.
Malcolm mittendrin begeisterte schon früh mit einem fast cartoon-haften Humor, da die Pranks der Jungs und Abenteuer von Papa Hal wie eine Live-Action-Verfilmung von Tom und Jerry oder den Looney Tunes erscheinen. Das macht die Serie gleichzeitig zeitlos und einzigartig. Trotz der teils absurden Story-Ideen wirkt Malcolm mittendrin dank des Settings bodenständig. Die Geldprobleme von Hal und Lois sind regelmäßig Bestandteil der Story, weshalb die Sitcom am Ende mehr mit Roseanne gemeinsam hat als mit den Großstadtfantasien aus Friends oder How I Met Your Mother.
20 Jahre später startet das Revival der großartigen Kultserie bei Disney+
2006 lief das Serienfinale und lange sah es so aus, als würde es dabei bleiben. Bryan Cranston wechselte dauerhaft ins Dramafach mit Breaking Bad, während Frankie Muniz seine Karriere als Rennfahrer vorantrieb. 20 Jahre später gibt es nun doch noch ein Wiedersehen. Mit Malcolm mittendrin: Unfair wie immer startet am kommenden Freitag das Revival der Serie. Dafür kehren fast alle Stars zurück, die seit Staffel 1 zur Familie gehören. Dewey-Darsteller Erik Per Sullivan, der seinen Master an der Harvard-Universität macht, wird von Caleb Ellsworth-Clark ersetzt. Die Story dreht sich diesmal um Malcolm, der sich von seiner Familie entfremdet hat. Zum Hochzeitstag seiner Eltern soll es ein Treffen geben.
Das Revival besteht aus vier Episoden, die am 10. April bei Disney+ in Deutschland auf einen Schlag veröffentlicht werden. Ihr könnt die Serie also an einem Abend schauen. Falls ihr euch vorher oder nachher von der zeitlosen Qualität des Originals überzeugen wollt, könnt ihr alle sieben Staffeln von Malcolm mittendrin im Abonnement von Disney+ streamen. Das sind insgesamt 151 Folgen, die entsprechend einer Sitcom jeweils zwischen 20 und 30 Minuten lang sind.
Wer dann immer noch nicht genug hat, sollte einen Blick auf The Middle werfen. In der langlebigen Comedy-Serie geht es ebenfalls um eine etwas chaotische Familie aus der unteren Mittelschicht. Die neun Staffeln streamen unter anderem gratis bei Joyn.