Provided by Cameron Mofid

Cameron Mofid hat es geschafft, vor seinem 25. Geburtstag jedes Land der Welt zu bereisen.

Letzten Monat lud ihn ein Freund zu einer Reise in die Antarktis ein – dem Kontinent, den er bis dato noch nicht besucht hatte.

Die Reise begann mit einer extremen Überfahrt durch die Drake-Passage und führte zu unvergesslichen Begegnungen mit Walen und Pinguinen.

Im April 2025 beendete ich eine siebenjährige Reise durch alle 195 Länder der Welt. Diese Reise führte mich an einige der entlegensten Orte der Erde. Doch nach Tausenden von Flugstunden und mehr Visaanträgen, als ich zählen kann, fehlte noch ein wichtiges Reiseziel: der siebte Kontinent – die Antarktis.

Die Antarktis spielte bei meinem Ziel, alle Länder zu bereisen, zunächst keine Rolle. Schließlich ist sie technisch gesehen kein eigenes Land. Außerdem war die Reise finanziell lange unerreichbar. Selbst die einfachsten Reisen dorthin beginnen oft bei rund 10.000 US-Dollar pro Person – Flüge nicht eingerechnet.

Doch als einer meiner engsten Freunde, ein bekannter Youtuber, dorthin reisen wollte, organisierte ich für seinen Kanal eine Kooperation mit einer Expeditionsfirma. So konnte ich mich anschließen.

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Auf dem Weg zum siebten Kontinent

Unsere Reise begann in Ushuaia in Argentinien – der südlichsten Stadt der Welt. Von dort aus gingen wir zusammen mit etwa 130 anderen Reisenden an Bord unseres Expeditionsschiffs. Dann machten wir uns auf den Weg zur Drake-Passage, einem berüchtigt rauen Meeresabschnitt, der für seine heftigen Stürme bekannt ist.

Mitten auf der Überfahrt wollte ich kurz an Deck gehen, um frische Luft zu schnappen. Stattdessen trafen mich Windböen von bis zu 145 Kilometern pro Stunde, die mich direkt zurück durch die Tür schleuderten.

Nach drei beschwerlichen Tagen auf See beruhigte sich das Wasser. Am Horizont tauchten Gletscher auf, die unserem Schiff immer näher kamen. In diesem Moment wurde mir klar: Wir hatten die Antarktis erreicht.

Die Antarktis lässt sich mit nichts vergleichen

Nach all meinen Reisen dachte ich, ich hätte jede erdenkliche Landschaft gesehen. Doch nichts konnte mich auf die Dimensionen dieses Ortes vorbereiten. Endlose weiße Bergketten, Eisberge so groß wie Wolkenkratzer und ein Ozean, der am Rand der Welt zu verschwinden schien.

An unserem ersten vollen Tag paddelten wir bei Sonnenschein und ruhiger See mit Kajaks zwischen den Gletschern. Während ich paddelte, entdeckte ich in der Ferne eine dunkelgraue Gestalt und nahm an, es sei ein Felsen. Dann bewegte sie sich.

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Was ich für einen Stein gehalten hatte, entpuppte sich plötzlich als Wal. Kurz darauf tauchten zwei weitere auf. Sie schwammen um unsere Kajaks herum. In diesem Moment empfand ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass wir diesen Planeten mit Lebewesen wie ihnen teilen dürfen.

Am nächsten Morgen zeigte der Kontinent eine völlig andere Seite von sich. Ein heftiger Schneesturm zog auf und verwandelte alles in ein einziges Weiß. Trotzdem fuhren wir mit Schlauchbooten hinaus und landeten auf einer kleinen, vereisten Insel, während uns der Schnee ins Gesicht peitschte.

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Dort entdeckten wir eine Kolonie von Pinguinen. Immer mehr Tiere watschelten den Hang hinauf, ihre Jungen dicht an ihrer Seite – völlig unbeeindruckt vom Sturm. Sie waren perfekt an diese Bedingungen, die uns brutal erschienen, angepasst. Es war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie das Leben fernab menschlicher Kontrolle gedeihen kann.

Während der gesamten Reise war ich fasziniert von den Landschaften und der Tierwelt. Der eindrücklichste Moment kam jedoch am Ende, als wir die Möglichkeit hatten, auf der antarktischen Halbinsel zu campen. So weit südlich des Äquators wird es nachts nie ganz dunkel.

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Selbst nach Sonnenuntergang gegen 23 Uhr lag noch ein schwaches Dämmerlicht über der Landschaft, verstärkt durch den hellen Vollmond.

Ich schlief kaum, denn eine Mischung aus Adrenalin und den rauen Bedingungen hielt mich wach. Als ich mitten in der Nacht dort lag, umgeben von gewaltigen Gletschern und Bergen, wurde mir etwas klar, das ich auf all meinen Reisen gelernt habe: Je mehr man von der Welt sieht, desto mehr versteht man, wie viel davon noch zu entdecken bleibt.

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