GesundheitBasler Unispital verzeichnet 6 Millionen Franken Gewinn – und einen dicken Abschreiber aufs Klinikum 3

Das Basler Universitätsspital weist für 2025 einen Konzerngewinn von 6,6 Millionen Franken aus. Das Resultat fällt knapper aus, weil durch den Claraspital-Kauf das Klinikum 3 wegfällt.
Das Unispital Basel baut derzeit den Ersatzneubau für das Klinikum 2 – und integriert nun gleichzeitig das Claraspital.
Bild: Kenneth Nars
Das Universitätsspital Basel (USB) hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Im Frühling 2025 wurde dem USB das Claraspital zum Kauf angeboten, im November desselben Jahres war der Deal unter Dach und Fach. Per Ende Jahr war das Unispital damit um einen grossen Standort im Kleinbasler Hirzbrunnen-Quartier reicher – und zugleich um ein paar Millionen Franken ärmer.
Der Kaufpreis des Claraspitals wurde zwar auch wegen der Verkäuferschaft, also den Ingenbohler Schwestern, wie ein Staatsgeheimnis gehütet , aber offen liegt, wie viel der dadurch resultierende Verzicht auf den Neubau des Klinikums 3 zu Buche schlägt. Denn die aufgelaufenen Investitionen in die Planung des hinfälligen Klinikums 3 werden nun abgeschrieben. Bei einem Konzerngewinn 2025 von 6,6 Millionen Franken wäre das Resultat ohne diesen Sondereffekt sogar bei 19,1 Millionen Franken gelegen und auf Konzernebene somit 12,5 Millionen höher.
Deutliche Zunahme bei den ambulanten Fällen
Entfällt wegen des Claraspital-Kaufs komplett: Visualisierung des Klinikums 3 in voller Grösse.
Bild: zvg
Im Spitalgeschäft lief der Betrieb derweil gut: Der stationäre Bruttoerlös sei gegenüber Vorjahr um 6,7 Prozent gestiegen, der ambulante Umsatz sogar um 10,7 Prozent. «Ein Indikator, das den Stellenwert des USB als Spital der Wahl in der Nordwestschweiz unterstreicht», wie das Spital in einer Mitteilung dazu schreibt. Insgesamt wurden 2025 64’000 stationäre Fälle in den Spitalbetrieben behandelt. Viele davon dürften erneut aus dem Baselbiet stammen, wo deswegen bereits die volle Patientenfreizügigkeit politisch in Frage gestellt wurde.
«Das gute Ergebnis verdanken wir dem grossen Einsatz unserer Mitarbeitenden und einer laufenden Verbesserung unserer Prozesse», lässt sich USB-Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher zitieren. Für 2026 hat das USB zwei grosse Pendenzen angemeldet: Einerseits die Integration der Claraspital-Strukturen in den Konzern, andererseits die Umsetzung der neuen ambulanten Tarifstruktur Tardoc. Durch letztere steige laut USB die Komplexität in der Leistungsabrechnung und führe bei verschiedenen Fachdisziplinen zu geringeren Erträgen, was in einer Unterfinanzierung münden könnte.
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