VorstossGrossrätin übt scharfe Kritik an der Ausrichtung der Uni Basel

Der angekündigte Abgang der Soziologin Carolin Amlinger provoziert Barbara Heer (SP) zur Gretchenfrage: Wie hält es die «Alma Mater» mit den Geisteswissenschaften?
Fragt sich, wohin die Uni Basel sich entwickelt: Barbara Heer, SP-Grossrätin.
Bild: zVg
Jetzt gerät die Universität Basel auch politisch unter Druck. SP-Grossrätin Barbara Heer stellt in einer Interpellation, welche dieser Zeitung vorliegt, grundsätzliche Fragen über die Ausrichtung der Basler «Alma Mater».
Auslöser für ihren Vorstoss war unter anderem die bz-Meldung, dass die bekannte Soziologin Carolin Amlinger die Universität Basel verlassen und eine Professur in Freiburg i. Br. annehmen wird. Barbara Heer ortet darin «eine mögliche Geringschätzung der Geistes- und Sozialwissenschaften», wie sie ebenso in der jüngsten Vergabe der Nationalen Forschungsschwerpunkte Ausdruck gefunden habe.
Soziologin Amlinger räumt das Feld in Basel, wo ihr Lebenspartner Oliver Nachtwey Soziologie lehrt, nicht ohne feine Spitzen gegen die Leitung der Universität: «Ich hatte das Rektorat um ein Bleibeangebot gebeten, aber sie haben mir mehr oder weniger unmissverständlich zukommen lassen, dass es für mich keine Perspektive in Basel gibt», liess sie diese Zeitung Mitte März wissen.
Für SP-Politikerin Heer ist klar: Mit Amlingers Abgang «hat die Universität Basel eine Chance verpasst, sich als Volluniversität, welche sie laut dem bikantonalen Leistungsauftrag zu sein hat, neben Life Sciences auch in den modernen Sozialwissenschaften wieder ihr Profil zu schärfen.» Es bestünde der Eindruck, dass die Sozial- und Geisteswissenschaften sowie ihre gesellschaftliche Sichtbarkeit an der Universität als Feigenblatt behandelt und zunehmend an den Rand gedrängt würden, schreibt Heer in ihrem Vorstoss. Nun ist es an der Basler Regierung, dazu Stellung zu beziehen.
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